Vom regionalen Leitfaden zur eigenen Anlage
Der bayerische Rebschutz-Leitfaden ist ein regionales Beratungsangebot. Seine Tabellen behandeln ausgewählte Mittel und ergänzen die rechtlichen und praktischen Erläuterungen. Änderungen im Jahresverlauf werden in die Einzeltabellen eingearbeitet. Verwenden Sie daher den passenden Stand der Tabelle und ordnen Sie ihn dem Jahr Ihrer Planung zu.
Beginnen Sie Ihre Arbeitsmappe mit einem Anlagenverzeichnis. Vermerken Sie die betriebliche Bezeichnung, den zugeordneten Plan und die zur Planung verwendeten Beobachtungsunterlagen. Halten Sie unterschiedliche Sorten oder Teilflächen so auseinander, dass eine spätere Rückfrage zur richtigen Anlage führt. Die eigentliche Behandlungsaufzeichnung benötigt einen nachvollziehbaren Bezug zur behandelten Fläche beziehungsweise zum Umfang.
Für eine Anlage außerhalb Bayerns suchen Sie die entsprechende regionale Weinbauberatung. Die bayerischen Tabellen sind in diesem Artikel ein konkret belegter Einstieg; eine eigene flächendeckende Beratung aller deutschen Weinbauregionen wird daraus nicht. Für Ihren Plan ist festzuhalten, welches regionale Angebot Sie verwenden und auf welchen Bestand sich dessen Hinweise beziehen.
Planung und tatsächliche Behandlung getrennt führen
Ein Plan beschreibt eine beabsichtigte Maßnahme. Die gesetzliche Aufzeichnung dokumentiert die ausgeführte Anwendung mit deren tatsächlichen Angaben. Dazu gehören unter anderem vollständiger Mittelname und Zulassungsnummer, Datum, Kultur, behandelter Umfang und Anwender. Ein unverändert abgelegter Saisonplan kann diese tatsächlichen Daten nicht für jeden späteren Arbeitsgang liefern.
Arbeiten Sie deshalb mit zwei erkennbaren Zuständen in Ihrer betrieblichen Ablage: „vorgesehen“ und „ausgeführt“. Legen Sie nach einer Entscheidung eine Arbeitsnotiz an und ergänzen Sie nach der Durchführung die tatsächlichen Daten. Wenn ein Arbeitsgang wegen der Witterung entfällt, belassen Sie ihn als verworfene Planung und erfinden Sie daraus keine Anwendung. Verknüpfen Sie die Planfassung mit dem späteren Journaleintrag, damit Änderungen nachvollziehbar bleiben.
Die Vorlagenhilfe für das Spritztagebuch im Weinbau behandelt die Dokumentation der ausgeführten Arbeit. Dieser Spritzplan-Leitfaden ordnet dagegen die Informationsquellen und Entscheidungen vor einem Arbeitsgang. Nutzen Sie beide Unterlagen zusammen, wenn dieselbe Anlage während der Saison mehrfach betrachtet wird.
Beobachtung, VitiMonitoring und VitiMeteo zuordnen
VitiMonitoring stellt die tatsächliche Situation in den Weinbergen auf Grundlage erhobener Bestandsdaten dar. VitiMeteo bietet Prognosen und ein Wirkungsdauer-Tool. Beim Lesen einer solchen Information sollte erkennbar bleiben, ob Sie eine Beobachtung, eine Modellberechnung oder eine eigene Behandlung betrachten.
Das Wirkungsdauer-Tool berücksichtigt nach der LWG sowohl den Wirkstoff als auch den Zuwachs der Rebe. Für Falschen Mehltau unterscheidet die Erläuterung reine Kontaktmittel von Mitteln beziehungsweise Mischungen mit tiefenwirksamem Anteil. Damit wird ein konkreter fachlicher Zusammenhang abgebildet, der über eine starre Terminfolge im Kalender hinausgeht.
Notieren Sie in der Planfassung, welchen Hinweis Sie für welche Anlage herangezogen haben. Ergänzen Sie Datum und Herkunft der Information. Eine eigene Bestandskontrolle können Sie als getrennte Beobachtung danebenstellen. Wenn regionale Informationen und die eigene Situation Fragen aufwerfen, bereiten Sie die Rückfrage an die Beratung mit genau diesen Unterlagen vor. Eine Modellanzeige sollte bei der späteren Durchsicht nicht als selbst beobachteter Befall erscheinen.
Eine Mittelübersicht richtig lesen
Die Tabellen der LWG sind nach Schutzkleidung, Abständen, Aufbrauchfristen, empfohlenen Präparaten, Pilzkrankheiten, Schädlingen, Herbiziden und ökologischem Weinbau gegliedert. Für Pilzkrankheiten stehen unter anderem Wirkung und Wirkungsdauer, Resistenzmanagement und Einsatzzeitpunkte zur Verfügung. Öffnen Sie gezielt den Teil, der Ihre aktuelle Frage beantwortet.
| Frage bei der Planung | Passender Ausgangspunkt |
|---|---|
| Welche Krankheit oder welcher Schädling wird betrachtet? | Bestandsbeobachtung und regionaler Hinweis |
| Welche Mittel kommen im Beratungsrahmen vor? | Entsprechende LWG-Tabelle |
| Welche Verwendung ist amtlich zugelassen? | Konkrete Anwendung in der BVL-Datenbank |
| Welcher Aufwandbezug gilt? | Zulassungsbeschreibung und Dosierungsangabe |
| Welche Nachbarn und Gewässer sind betroffen? | Auflagen der Anwendung und Flächenplan |
| Welche Folgearbeiten oder Erntetermine stehen an? | Schutzbestimmungen und Wartezeit der Anwendung |
| Welche Maßnahme wurde ausgeführt? | Tatsächlicher Journaleintrag |
Die amtliche Zulassung ist für die Verwendung maßgeblich. § 12 PflSchG verlangt die Einhaltung der gültigen Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen. Die Beratungstabelle unterstützt Ihre Vorbereitung, ersetzt jedoch den Produktabgleich der konkreten Anwendung nicht.
Herbizide und Insektizide im Weinbau: Tabellen des Rebschutz-Leitfadens
Neben den Fungiziden gibt es eigene Tabellen für Insektizide und Akarizide, für Schadschwellen und Kontrollzeitpunkte der Schädlinge und für empfohlene Herbizide im Weinbau (Tabelle 11). Die Tabelle der NT-Abstandsauflagen führt Herbizide und Insektizide getrennt auf und ordnet sie innerhalb der Gruppe nach aufsteigender NT-Auflage. Zu Bebauungen und Flächen der Allgemeinheit gilt bei Herbizidmaßnahmen nach unten ein Abstand von 2 m, bei seitwärts gerichteter Anwendung von Fungiziden, Akariziden und Insektiziden mit Sprühgeräten ein Abstand von 5 m.
Spritzkalender im Weinbau: Pflanzenschutzempfehlung der Länder nutzen
Wer einen Spritzkalender oder eine Pflanzenschutzempfehlung für den Weinbau sucht, findet die amtliche Empfehlung im jährlichen Rebschutz-Leitfaden der Beratung. Ergänzend nennt der Leitfaden Warnungen wie das Weinbaufax Franken und Prognosen wie VitiMeteo. Ein fester Kalender ersetzt die Beobachtung der eigenen Anlage nicht; tragen Sie jede tatsächliche Behandlung als Journaleintrag ein.
Spritzpläne der Hersteller im Weinbau: Bayer und Syngenta richtig einordnen
Neben dem Leitfaden der Beratung veröffentlichen auch Pflanzenschutzhersteller eigene Pläne für den Rebschutz. Bayer gibt für 2026 den Weinbauspritzplan mit den „Rebschutz-Empfehlungen 2026“ heraus, Stand 15. Dezember 2025. Er trennt die Produkte unter anderem nach Peronospora-Fungiziden und Herbiziden. Die Fungizide sind Wirkstoffgruppen mit Buchstaben zugeordnet: Fungizide mit gleichem Buchstaben haben denselben Wirkungsmechanismus. Planen Sie die Spritzreihenfolge so, dass eine Wirkstoffgruppe jeweils im Wechsel mit einer anderen eingesetzt wird.
Ein Herstellerplan zeigt, wie die Mittel eines Hauses zusammenpassen. Gleichen Sie jedes Mittel daraus mit der BVL-Datenbank und dem Rebschutz-Leitfaden Ihrer Region ab, bevor es in den Spritzplan Ihrer Anlage kommt: Maßgeblich sind die aktuelle Gebrauchsanleitung und der Zulassungsstand.
Syngenta verband in seinen Weinbau-Empfehlungen 2021 herkömmliche Mittel mit Biocontrol-Produkten, zum Beispiel mit Taegro, einem 2020 eingeführten biologischen Präparat gegen Echten Mehltau.
Wenn ein Herstellerplan oder Ihr Berater ein Mittel nennt, schlagen Sie es im Mittelverzeichnis nach. Drei Beispiele: Vegas Plus führt das BVL als Fungizid mit Zulassungsende 31.03.2027. Katana ist dort ein Herbizid mit Zulassungsende 31.07.2033. Shark steht als Herbizid mit Zulassungsende 31.03.2027 im Datenblatt. Die Karte zeigt Zulassung und Anwendungen; tragen Sie ins Spritztagebuch nur ein, was Sie tatsächlich ausgebracht haben.
Grundfläche und Laubwandfläche vor der Mengenrechnung klären
Beim Laubwandflächen-Modell richtet sich die Dosierung nach der tatsächlich behandelten Laubwandfläche. Das hilft vor allem bei unterschiedlichen Laubwandhöhen und Erziehungsformen. Die Angaben der Zulassung, insbesondere die Aufwandmenge, dürfen auch bei diesem Modell nicht überschritten werden.
Schreiben Sie bei jedem vorgesehenen Aufwand die Bezugsgröße vollständig dazu. Eine Angabe je Hektar Grundfläche ist anders zu lesen als eine Angabe je Fläche der behandelten Laubwand. Bevor Sie aus dem Aufwand eine Gesamtmenge berechnen, muss feststehen, welche Größe in Ihrer Unterlage gemeint ist. Der Spritzbrühe-Rechner erklärt die allgemeine Mengenrechnung und den notwendigen Gleichlauf der Einheiten.
Für die betriebliche Vorbereitung können Sie die zugrunde gelegte Anlagenunterlage und die verwendete Geräteeinstellung zur Planfassung legen. Benennen Sie den Zustand, auf den Ihre Flächenangabe bezogen ist. Wenn sich die Laubwand während der Saison verändert, übernehmen Sie eine ältere Rechennotiz nicht ohne neuen Abgleich. Das Modell bezieht sich gerade auf die tatsächlich behandelte Laubwand.
Pflanzenschutz-Aufzeichnungen an einem Ort führen. Kostenlos starten.
Wirkstoffgruppen im Weinbau: Spritzempfehlung und Resistenzmanagement
Legen Sie zu jeder Spritzempfehlung im Weinbau die Quelle, deren Stand und den betroffenen Bestand in Ihrer Planung ab. Für die Wirkstoffgruppen von Pflanzenschutzmitteln im Weinbau bietet der LWG-Rebschutzleitfaden 2026 eine konkrete Orientierung: Kapitel 2.3 erläutert das Resistenzmanagement, Tabelle 10 ordnet Wirkstoffgruppen, Wirkstoffe und Präparate zu. Prüfen Sie dabei die Gruppe hinter dem Handelsnamen. Ein anderer Produktname kann zur Gruppe gehören, die Sie schon eingesetzt haben.
Nur ein Wechsel der Wirkstoffgruppe wirkt der Resistenzbildung entgegen; ein Wechsel zwischen Wirkstoffen derselben Gruppe verhindert keine Resistenz. Ordnen Sie deshalb zuerst die Gruppe zu und bewerten Sie danach die Abfolge. Die Zahl verschiedener Packungsnamen sagt darüber nichts aus.
Die LWG kennzeichnet die Gruppen in Tabelle 10 mit Buchstaben, FRAC verwendet eigene Codes und beschreibt Zielort und Wirkmechanismus genauer. Schreiben Sie bei jedem übernommenen Code dazu, aus welchem System er stammt.
| Betrachtete Gruppe | LWG-Kategorie in Tabelle 10 | FRAC-Einordnung |
|---|---|---|
| DMI-Fungizide, Azole | G | Code 3, SBI-Klasse I |
| SDHI-Fungizide, Carboxamide | L | Code 7 |
SDHI-Fungizide (FRAC-Code 7) sind grundsätzlich untereinander kreuzresistent. Auch die DMI-Fungizide (FRAC-Code 3) wirken alle am selben Zielort in der Sterolbiosynthese und gelten deshalb als untereinander kreuzresistent.
Die Spalte Kat. nennt die Kategorie im LWG-System, Wirkstoffgruppe die zugehörige Gruppe und Wirkstoffe die zugeordneten Stoffe. Eine weitere Spalte gibt die maximale Behandlungshäufigkeit je Jahr und Wirkstoffgruppe an, Präparate die dort aufgeführten Produkte.
Die Tabelle trennt die Bereiche Peronospora, Oidium und Botrytis. Beginnen Sie daher beim passenden Krankheitsbezug, bevor Sie eine Zeile übernehmen, und verschieben Sie ein Einsatzmuster nicht ungeprüft in einen anderen Abschnitt. Mischpräparate stehen in der LWG-Tabelle mit mehreren Wirkstoff- oder Gruppenzeilen. Erfassen Sie für Ihre Gruppenübersicht deshalb alle Bestandteile und nicht nur den bekanntesten Wirkstoff.
Verbinden Sie den fachlichen Plan mit der rechtlichen Produktprüfung: Eine gewünschte Wirkstoffgruppe ersetzt weder die passende Kultur noch den erlaubten Anwendungszweck oder die übrigen Produktbedingungen.
Resistenzmanagement ohne erfundene Präparatefolge
Zum Resistenzmanagement gibt es im Rebschutz-Leitfaden eine eigene Tabelle. Die Tabelle der Einsatzzeitpunkte für Oidiumpräparate zeigt Auswahlmöglichkeiten nach Entwicklungsstand und keine empfohlene Abfolge von Präparaten. Lesen Sie eine solche Übersicht daher nicht automatisch als fertigen Spritzplan.
Führen Sie in Ihrer Planung die bereits ausgeführten Behandlungen mit ihren Produktidentitäten mit. Legen Sie die passende Tabelle zum Resistenzmanagement daneben und beziehen Sie aktuelle Bestandsinformationen ein. Eine farbige Markierung nach Wirkungsgruppe kann Ihre Übersicht unterstützen, sollte aber immer zur eindeutigen Produktzeile zurückführen. Die fachlichen Vorgaben und Einschränkungen entnehmen Sie der aktuellen Unterlage für die konkrete Anwendung.
Für eine Besprechung mit der Beratung eignet sich ein chronologisch geordneter Auszug. Zeigen Sie zuerst die ausgeführte Maßnahme, dann den jetzigen Bestandszustand und zuletzt die erwogene nächste Anwendung. So bleibt die Entscheidung an der tatsächlichen Vorgeschichte Ihrer Anlage ausgerichtet. Vermeiden Sie eine abgeschriebene Präparatefolge, bei der diese Zusammenhänge fehlen.
Regenereignisse und Folgearbeiten einplanen
Kupferpräparate können abgewaschen werden, Carbonatbeläge haben eine geringe Regenfestigkeit. Bei der Wirkungsdauer zählt auch der Rebenzuwachs. Behandlungsabstände sollten deshalb nicht allein als unveränderliche Kalendertage in Ihrem Saisonblatt stehen. Die Seite Regen nach Pflanzenschutz hilft, ein konkretes Wetterereignis mit der ausgeführten Anwendung zu verbinden.
Vor anstehenden Arbeiten in der Anlage lesen Sie außerdem die Schutzbedingungen bei Folgearbeiten und die Wartezeit der tatsächlichen Produktanwendung. Die BVL-Erläuterungen behandeln Wartezeiten und Auflagen als unterschiedliche Angaben. Tragen Sie die Frage nach dem Erntetermin und die Frage nach dem Betreten in getrennte Prüffelder Ihrer Vorbereitung ein.
Wenn mehrere Personen in derselben Anlage arbeiten, hinterlassen Sie einen verständlichen Arbeitsstand. Benennen Sie die letzte ausgeführte Behandlung und die Fundstelle der dafür gelesenen Schutzbedingung. Eine geplante, aber ausgefallene Anwendung sollte nicht als letzter realer Behandlungstag erscheinen. Unsere Intervallhilfe erklärt die unterschiedlichen Prüffragen.
Welche Nachweise gehören zur Saisonvorbereitung?
Der LWG-Leitfaden enthält eine Checkliste vor Saisonstart mit Sachkundenachweis, Prüfplakette, Auslitern, Dokumentation und Anwenderschutz. Gehen Sie diese Bereiche anhand Ihrer tatsächlichen Unterlagen durch. Für die Einzelthemen führen die Seiten zur Sachkundefortbildung und zur Gerätekontrolle zu den nachgewiesenen aktuellen Regeln.
Prüfen Sie die Maschinenakte für das vorgesehene Gerät und ordnen Sie die ausführenden Personen mit ausgeschriebenem Namen zu. Legen Sie offene Fragen zur Düsenausstattung, Schutzkleidung oder zum Flächenrand beim betroffenen Arbeitsauftrag ab. Eine allgemeine Saisonbesprechung kann die Zuständigkeiten klären; die konkrete Anwendung braucht anschließend weiterhin ihre eigenen Angaben.
Die Dokumentation verlangt nach der LfL unverzügliche Einträge. Für die Umstellung ist außerdem zwischen erweitertem Inhalt seit 2026 und elektronischer, maschinenlesbarer Führung ab 2027 zu unterscheiden. Die deutsche Übergangsregel steht in § 11 Absatz 2 PflSchG. Organisieren Sie daher nicht nur die Planung der Spritztermine, sondern auch den Weg vom tatsächlichen Arbeitsgang zur vollständigen Aufzeichnung.
Vom Saisonblatt zum mobilen Journal
Legen Sie am Saisonende Plan und tatsächliche Einträge nebeneinander. Prüfen Sie, welche Arbeitsgänge ausgeführt, verschoben oder verworfen wurden. Ordnen Sie jede echte Behandlung der richtigen Anlage zu und behalten Sie die dazugehörigen Produktfundstellen. Eine solche Gegenüberstellung dient Ihrer eigenen Ablage und Auswertung; sie erzeugt keinen nachträglichen Behandlungsplan für eine andere Saison.
Nutzen Sie Ihre bestehende Aufzeichnung als Bezugspunkt für Ihre spätere Suche nach Datum, Fläche und ausführender Person. Die externen Leitfäden und amtlichen Zulassungsinformationen bleiben die Grundlagen der Planung. Über den Deutschland-Hub erreichen Sie Pflichtangaben, Vorlagen und weitere Hilfen für die betriebliche Dokumentation.
Tabellenstand und Entscheidungsgrundlage nachvollziehbar ablegen
Die LWG veröffentlicht neben dem vollständigen Leitfaden einzelne Tabellen und arbeitet Änderungen während des Jahres ein. Vermerken Sie bei einem Ausdruck den Titel und das ausgewiesene Änderungsdatum. Wenn Sie eine Tabelle später ersetzen, legen Sie die neue Fassung mit ihrer Herkunft ab. Kennzeichnen Sie die vorherige Datei als die seinerzeit verwendete Arbeitsgrundlage.
Für eine konkrete Beratungssitzung bereiten Sie einen anlagenbezogenen Auszug vor. Zeigen Sie die beobachtete Entwicklung, die bisherigen tatsächlichen Anwendungen und die jetzt offene Frage. Ergänzen Sie die Fundstelle einer ins Auge gefassten Produktanwendung. Eine solche Zusammenstellung hilft, den regionalen Hinweis auf Ihre Situation zu beziehen, ohne aus einer Übersicht eine starre Präparatefolge abzuschreiben.
Die Oidiumtabelle der LWG zeigt Auswahlmöglichkeiten nach Entwicklungsstand, keine empfohlene Abfolge von Präparaten. Behalten Sie diese Unterscheidung auch in Ihrer eigenen Planlegende bei. Beschriften Sie eine Liste möglicher Mittel als Auswahlgrundlage. Eine tatsächlich beschlossene Maßnahme erhält erst nach dem betrieblichen Abgleich ihren Platz im Arbeitsauftrag.
Bei einer späteren Auswertung ordnen Sie jeder ausgeführten Anwendung ihren Behandlungseintrag zu. Halten Sie nachvollziehbar fest, welche Planung verworfen oder geändert wurde. Der Zusammenhang zwischen Beobachtung, fachlicher Rückfrage und tatsächlicher Entscheidung ist hilfreicher als eine rückwirkend geglättete Terminliste. Für die gesetzlichen Anwendungsdaten bleibt die LfL-Feldübersicht der Bezugspunkt.
Nützlinge und Pflanzenstärkung in der Auswahl unterscheiden
Der Rebschutzdienst Bayern empfiehlt im Leitfaden nützlingsschonende Pflanzenschutzpräparate. Daneben erläutert die LWG Pflanzenstärkungsmittel als beim BVL gelistete Mittel zur Gesunderhaltung beziehungsweise zur Stärkung vor nichtparasitären Schäden. Ordnen Sie diese Begriffe in Ihrer eigenen Materialsammlung richtig zu. Eine Liste zur Pflanzenstärkung beantwortet eine andere Auswahlfrage als die Tabelle zugelassener Fungizide.
Kennzeichnen Sie in der Planlegende, ob ein Eintrag eine Produktzulassung, eine Beratungsinformation zu Nützlingen oder eine ergänzende Pflanzenstärkungsmaßnahme betrifft. Lassen Sie die jeweilige Fundstelle danebenstehen. Dadurch können Sie beim Beratungsgespräch den fachlichen Zweck benennen und vermeiden eine Sammelüberschrift, unter der unterschiedlich begründete Maßnahmen gleich aussehen.