DiPAgE ist die kostenfreie Anwendung des Julius Kühn-Instituts für Pflanzenschutzaufzeichnungen. Sie läuft als Progressive Web App und speichert die Dokumentation auf dem verwendeten Gerät. Für den betrieblichen Arbeitsweg sind drei Aufgaben getrennt zu planen: die Erfassung einer Anwendung, der Export fertiger Protokolle und die Sicherung des gesamten Arbeitsstands. Die folgenden Schritte beruhen auf der aktuellen JKI-Dokumentation. [1][2]

Den Offline-Arbeitsplatz vorbereiten

Die installierte App kann nach der Anleitung ohne Internet geöffnet werden. Formulare lassen sich ausfüllen, Datensätze bearbeiten und fertige Dokumentationen speichern oder exportieren. Eine bereits geladene Browserversion bleibt bei einem Verbindungsabbruch grundsätzlich weiter nutzbar; der erneute Start einer Website ohne Netz kann dagegen scheitern. Das JKI empfiehlt für regelmäßige Offline-Arbeit die vorherige Installation. [1]

Für aktuelle Produktsuche, Indikationen, Teile der Kultursuche, Karten und bestimmte Plausibilitätsprüfungen ist eine Verbindung nötig. Bereiten Sie häufig verwendete Objekte und Teildaten daher vor dem Außeneinsatz vor. Öffnen Sie die Anwendung regelmäßig mit Netz, um die vorgesehenen Online-Hilfen nutzen zu können. [1]

Bestimmen Sie im Betrieb, welches Gerät und welches Browserprofil für die laufende Erfassung verwendet werden. Tragen Sie den vorgesehenen Sicherungsort in die Arbeitsanweisung ein. Eine Vertretung sollte erkennen können, wo die aktuellen Daten liegen und wie sie den letzten exportierten Vorgang findet.

„Kultur zuerst“ erklärt die gesperrte Produktauswahl

DiPAgE schaltet den Bereich für Produkt und Dosierung erst frei, wenn Kulturart oder Kulturgruppe einschließlich EPPO-Angabe vollständig festgelegt sind. Die Anleitung nennt dies das Prinzip „Kultur zuerst“. Auf dieser Grundlage kann die Produktsuche den Kulturbezug berücksichtigen. [1]

Beginnen Sie eine Fehlersuche deshalb bei der Kulturzuordnung. Vergleichen Sie die ausgewählte Bezeichnung mit dem tatsächlich behandelten Bestand. Ergänzen Sie die erforderliche Angabe, bevor Sie versuchen, im noch gesperrten Produktbereich weiterzuarbeiten. Halten Sie bei einer Rückfrage die konkrete Kultur und den betroffenen Formularschritt fest.

Die technische Freischaltung ist ein Eingabeschritt. Für Ihre betriebliche Prüfung sollten Produktidentität, Anwendungsdatum und ausgeführter Vorgang weiterhin zusammen gelesen werden. Eine passende Auswahl im Formular beschreibt noch nicht alle tatsächlichen Umstände auf der behandelten Fläche.

Objektgröße und behandelten Anteil unterscheiden

Die Anleitung trennt das wiederverwendbare Objekt vom tatsächlich behandelten Objekt einer einzelnen Maßnahme. Als Beispiel nennt sie einen größeren Schlag, von dem bei einer Anwendung nur ein Teil behandelt wird. Die Stammgröße bleibt beim Objekt, der behandelte Anteil gehört zur konkreten Anwendung. [1]

Für ein neues Kultur- beziehungsweise Anwendungsjahr empfiehlt die Dokumentation ein neues Objekt. Vorhandene Angaben können dafür als Ausgangspunkt übernommen werden. Verschiedene Sorten derselben Kulturart führen für sich genommen nicht zu getrennten Objekten. Mehrere Standortreferenzen dürfen dasselbe Objekt beschreiben; sie sind nicht dazu gedacht, getrennte Standorte zu einem Objekt zusammenzufassen. [1]

Halten Sie in Ihrer eigenen Zuordnung fest, welchen Bereich eine Objektbezeichnung umfasst. Vergleichen Sie bei einer Teilflächenbehandlung die Stammangabe mit dem ausgeführten Umfang. Ein verständlicher Name hilft bei der Wiederverwendung; die tatsächlich behandelte Einheit muss dennoch beim neuen Vorgang passen.

Kartenunterstützung mit ihrem räumlichen Umfang lesen

DiPAgE unterstützt verschiedene Standortreferenzen, etwa Koordinaten, Flurstückskennzeichen und InVeKoS-Bezüge. Die aktuelle Anleitung nennt amtliche InVeKoS-Objekte mit Geometrien in der Karte nur für Nordrhein-Westfalen. Für Flächen anderer Länder stehen die übrigen vorgesehenen Eingabemöglichkeiten zur Verfügung. [1]

Verwechseln Sie daher die Verfügbarkeit einer bestimmten Kartenfunktion nicht mit der grundsätzlichen Nutzbarkeit der App. Die FAQ beschreibt die kostenfreie Nutzung unabhängig vom Bundesland. Wählen Sie bei der Erfassung den zum eigenen Standort verfügbaren Referenzweg und behalten Sie dessen Zuordnung in den Betriebsunterlagen bei. [1]

Tankmischungen als mehrere Produktdatensätze verstehen

Für mehrere Mittel stellt DiPAgE einen Tankmischungsmodus bereit. Häufig verwendete Kombinationen können als Teildaten gespeichert werden. Bei der Dokumentation werden die beteiligten Mittel in einzelne Datensätze für die jeweilige Kombination aus Objekt und Pflanzenschutzmittel aufgeteilt. Zwei Mittel auf einem Objekt ergeben nach dem JKI-Beispiel zwei Dokumentationen. [1]

Die Downloadseite veröffentlicht dazu eigene Beispiel-Exporte in JSON, XML und CSV. Sie unterscheidet Einzelanwendung, Mehrfelderbehandlung und Tankmischung. Nutzen Sie solche Beispiele zum Verständnis der Dateistruktur, ohne deren Produkt- oder Mengenangaben als Anwendungsempfehlung zu übernehmen. [3]

Beim eigenen Abgleich sollte daher nicht allein die Anzahl der sichtbaren Dokumentationen mit der Zahl der Fahrten verglichen werden. Gehen Sie stattdessen nach Objekt und eingesetztem Produkt vor. Ordnen Sie jedem Mittel seine tatsächliche Menge zu und prüfen Sie anschließend, welche Datensätze zum gemeinsamen Vorgang gehören.

Protokollexport und Gesamtsicherung haben verschiedene Zwecke

AufgabeVorgesehener Weg in der JKI-AnleitungWorauf Sie vor der Übergabe achten
Einzelnen Vorgang archivierenProtokoll auswählen und exportierenDatum, Objekt und Produkt lesen
Zeitraum weitergebenProtokolle filtern und gesammelt ausgebenGewünschte Auswahl kontrollieren
Gerät wechselnProtokolle exportieren und importierenZielbestand und Zuordnung prüfen
Vollständigen Arbeitsstand sichernSicherung im Profil beziehungsweise in der DatenverwaltungDatei außerhalb des laufenden Browserzustands ablegen
Gesamtsicherung wiederherstellenSicherung einspielenVorher den aktuellen Zielarbeitsstand sichern

Die Unterscheidung folgt dem Kapitel zur Datensicherung. Eine Gesamtsicherung kann neben fertigen Dokumentationen auch Teildaten und weitere Arbeitsinformationen umfassen. Ihr Wiederherstellen ersetzt den vorhandenen Arbeitsstand auf dem Zielgerät. Ein Protokollexport dient dagegen der gezielten Ablage und Weitergabe bestimmter Anwendungen. [1]

Benennen Sie beide Dateizwecke in Ihrer Arbeitsnotiz. Schreiben Sie beispielsweise dazu, ob eine Datei einzelne Anwendungen übergeben oder eine vollständige Arbeitsumgebung wiederherstellen soll. Lassen Sie vor einem Gerätewechsel die verantwortliche Person den vorhandenen Zielbestand sichern.

Importierte Daten und Konflikte bearbeiten

Im Bereich „Protokolle“ beschreibt das JKI den Import unterstützter strukturierter Dateien, insbesondere JSON, XML und CSV. Unvollständige Datensätze können zur Nachbearbeitung übernommen und entsprechend gekennzeichnet werden. Vor einem vollständigen Export müssen fehlende Pflichtangaben ergänzt werden. [1]

Trifft eine importierte Datei auf einen vorhandenen Datensatz mit derselben Identität, aber abweichendem Inhalt, zeigt die Anwendung laut Anleitung einen Konfliktdialog. Lokale und importierte Version werden gegenübergestellt; abweichende Eigenschaften sind erkennbar. Anschließend wird entschieden, welche Version übernommen werden soll. [1]

Prüfen Sie einen solchen Konflikt anhand des Ausgangsbelegs. Eine jüngere Datei ist in Ihrem Arbeitsablauf nicht automatisch die fachlich richtige Fassung. Halten Sie fest, welche bestätigte Änderung übernommen wurde, und gleichen Sie eine bereits weitergegebene Kundenkopie damit ab.

Lokalen Speicher bewusst sichern

Die FAQ warnt vor Einstellungen, die Websitedaten beim Schließen löschen, vor privaten Browserfenstern und vor dem Wechsel in andere Profile. Eine automatische Gerätesynchronisation findet nicht statt. Für dauerhafte Ablage und Weitergabe beschreibt das JKI den bewussten Export durch den Nutzer. [1]

Erstellen Sie deshalb eine wiederholbare Sicherungsroutine. Öffnen Sie regelmäßig eine abgelegte Kopie und prüfen Sie einen bekannten Vorgang. Notieren Sie, welches Browserprofil verwendet wird und welche Person die Dateien in die gemeinsame Betriebsablage übernimmt. DiPAgE sendet gespeicherte Protokolle nach der Dokumentation nicht automatisch an Behörden oder andere Empfänger. [1]

Dateiformat und gesetzliche Frist getrennt prüfen

Die aktuelle DiPAgE-Anleitung nennt JSON, XML und CSV als maschinenlesbare Exportformate. PDF ist die lesbare Ansicht. Die Dokumentation verlangt für den vorgesehenen Datenaustausch vollständige Angaben und einen passenden Aufbau nach dem Datenstandard. Die Downloadseite stellt dafür Schema, Feldreferenzen und Beispieldateien bereit. [1][3]

Die App erlaubt auch rückwirkende Eingaben ohne eigene zeitliche Grenze. Das JKI weist dabei ausdrücklich auf die Verantwortung für gesetzliche Aufzeichnungsfristen hin. Niedersachsen erläutert die unverzügliche Erfassung und ab 2027 grundsätzlich die Umwandlung innerhalb von 30 Tagen. Eine technisch noch mögliche Eingabe verlängert diese Fristen nicht. [1][4]

Die kostenlose Softwareauswahl vergleicht die Arbeitswege. Der Leitfaden zu Excel und CSV ergänzt die Dateiübergabe; die Lohnunternehmer-Anleitung behandelt den Empfänger auf Kundenseite. Im Deutschland-Hub finden Sie die Grundlagen der deutschen Aufzeichnungspflicht.

Einen veröffentlichten Export nachvollziehen

Das JKI veröffentlicht eine ausdrücklich fiktive Tankmischung als JSON, XML und CSV. Die drei heruntergeladenen Fassungen enthalten jeweils zwei Anwendungsdatensätze. Im JSON sind unter anderem Produktidentität, Aufwand mit Einheit, Anwendungszeitpunkt, Kultur und behandeltes Objekt als eigene Bereiche erkennbar. Die CSV-Datei gibt diese Struktur über benannte Spalten wieder. [5][6][7]

Vergleichen Sie beim Lesen zuerst die Datensatzkennung und danach die Zuordnung von Produkt und behandeltem Ort. So lässt sich der Zusammenhang zwischen mehreren Datensätzen und einem beschriebenen Anwendungsvorgang nachvollziehen. Verwenden Sie die Beispieldateien ausschließlich zum Verständnis der Struktur. Die darin genannten Mittel, Mengen und Zeitpunkte sind keine Empfehlung für Ihren Bestand.

Die drei Dateien sind veröffentlichte Beispiele des Herausgebers. Der Vergleich ihrer Datensatzanzahl ist eine Prüfung dieser Dateien und keine Prüfung einer von Leafwrit erzeugten Anwendung. Für den eigenen Datenaustausch bleibt der Abgleich mit dem tatsächlich dokumentierten Vorgang erforderlich.

Einen eigenen Übergabedatensatz mit dem Schema vergleichen

Die veröffentlichte Beispieldatei trennt den Erstellungszeitpunkt des Datensatzes vom Zeitpunkt der Anwendung. Außerdem stehen die Größe des Standorts und die Größe des behandelten Objekts in unterschiedlichen Strukturbereichen. Diese Trennung lässt sich auch in den benannten CSV-Spalten wiederfinden. [5][7]

Lesen Sie bei einer Dateiprüfung deshalb nicht nur das erste sichtbare Datum. Stellen Sie fest, ob Sie gerade die Erstellung der Datei oder den ausgeführten Anwendungstag betrachten. Suchen Sie anschließend die Produktbezeichnung und die zugehörige Aufwandseinheit. Gehen Sie zuletzt zum behandelten Objekt und seiner Standortreferenz.

Diese Reihenfolge hilft besonders beim Vergleich einer älteren Aufzeichnung mit einer später erzeugten Ausgabedatei. Halten Sie in einer eigenen Prüfliste fest, welches Feld Sie verglichen haben. Falls ein Übertragungsfehler auffällt, kehren Sie zum Ursprungsbeleg zurück und berichtigen Sie den betroffenen Datensatz im dafür vorgesehenen Arbeitsablauf.

Der Herausgeber stellt zusätzlich ein JSON-Schema und eine Feldreferenz bereit. Das Schema beschreibt die erwartete Datenstruktur; die Feldreferenz erläutert die Datensatzfelder. Verwenden Sie beide Dokumente für technische Rückfragen zum Aufbau einer Datei. Sie ersetzen keine Prüfung, ob deren Inhalt die tatsächlich ausgeführte Maßnahme zutreffend wiedergibt. [3]

Die JSON-Beispieldatei enthält außerdem eine Formatversionskennung unter „datensatz_format_version“. Geben Sie diese Kennung bei einer technischen Rückfrage zum Dateiaufbau mit an. Unterscheiden Sie den Versionsbezug vom frei gewählten Dateinamen und von Ihrer Saisonbezeichnung. So bleibt beschrieben, welcher veröffentlichte Strukturstand bei der Gegenüberstellung verwendet wird. [5]