Für Betriebe mit IFA v6 Smart für Obst und Gemüse verbindet GLOBALG.A.P. Anwendungsaufzeichnungen mit Wetter, Erntenachweisen und Verfahren zum Wiederbetreten. Diese Seite verwendet die Principles and Criteria v6.0_Sep22 für genau diesen Geltungsbereich. Der Standardgeber führt IFA v6 weiterhin als gültige Version und unterscheidet die Ausgaben Smart und GFS. Die hier genannten Abschnittsnummern gehören zur Smart-Ausgabe. [1][2]

Den Geltungsbereich an den Anfang der Ablage stellen

GLOBALG.A.P. beschreibt Principles and Criteria, Checklisten und allgemeine Regeln als unterschiedliche Dokumente der Zertifizierung. Die Checkliste dient auch der betrieblichen Selbstbewertung. Schreiben Sie deshalb auf die Übersicht Ihrer Arbeitsunterlagen, welche Ausgabe und welcher Produktbereich zugrunde liegen. Verknüpfen Sie die betriebliche Zuordnung mit der passenden Checkliste. [2]

Diese Anleitung behandelt das Spritzjournal im genannten Obst- und Gemüsestandard. Für Ihre eigene Ablage sollte erkennbar bleiben, ob ein Dokument eine gesetzliche Anwendungsaufzeichnung, einen Zertifizierungsnachweis oder eine interne Organisationshilfe darstellt. Verwenden Sie keine Abschnittsnummer aus einer anderen Ausgabe als bloßes Etikett auf dem eigenen Formular.

Die Anwendung nach 32.02.01 vollständig beschreiben

32.02.01 ist als Major Must eingestuft und umfasst Pflanzenschutzmittel, biologische Bekämpfungsmittel und Nacherntebehandlungen. Der Datensatz nennt Kultur beziehungsweise Sorte, Ort, genaue Anfangs- und Enddaten, Produktidentität, Wartezeit, Aufwand, Technik, Anlass und beteiligte Personen. Das vollständige Anwendungsdatum umfasst nach dieser Vorgabe auch das Enddatum; eine Enduhrzeit verlangt die Passage nicht. [1]

Lesen Sie eine vorhandene Aufzeichnung in dieser Reihenfolge: Was wurde behandelt, wo liegt der behandelte Bestand, welches Produkt wurde verwendet und wer hat die Entscheidung beziehungsweise die Ausführung verantwortet? Notieren Sie unklare Zuordnungen direkt am Vorgang. Vermeiden Sie eine allgemeine Saisonnotiz, wenn sich die Frage auf einen bestimmten Behandlungstag bezieht.

Der Standard unterscheidet den vollständigen Namen des Anwenders von der fachlich verantwortlichen Person für Entscheidung und Freigabe. Autorisiert eine einzige Person alle Anwendungen, kann ihre Angabe nach der Kriterienpassage einmalig erfolgen. Halten Sie den Bezug zu dieser übergreifenden Angabe in Ihrer Dokumentenübersicht verständlich. [1]

VerbindungIm Datensatz oder Nachweis suchenBetriebliche Arbeitsfrage
Bestand und VorgangKultur, Sorte, Feld oder EinrichtungIst die behandelte Einheit eindeutig erkennbar?
IdentitätProduktname und Wirkstoff beziehungsweise NützlingWelcher Eintrag in der Mittelliste gehört dazu?
Entscheidung und AusführungFachlich verantwortliche Person und AnwenderSind beide Rollen zugeordnet?
DurchführungAnfangs- und Enddatum, Menge und AnwendungstechnikBeschreibt der Eintrag die ausgeführte Maßnahme?
ErnteWartezeit und ErnteaufzeichnungLassen sich die zusammengehörigen Dokumente finden?
Zugang zum BestandVerfahren zum WiederbetretenWelche Regelung gilt für die folgende Arbeit?

Die ersten fünf Verbindungen beruhen auf 32.02.01 und 32.03.01; die letzte verweist auf 32.10.06. Die Arbeitsfragen sind redaktionelle Hilfen zur eigenen Prüfung. [1]

Wetter mit seinem Anwendungsbezug dokumentieren

32.02.02 verlangt Wetterbedingungen zum Zeitpunkt der Anwendung und ist ebenfalls als Major Must gekennzeichnet. Genannt werden örtliche Bedingungen, die Wirksamkeit oder Abdrift zu benachbarten Kulturen beeinflussen. Die Aufzeichnung kann über Text oder geeignete Piktogramme erfolgen. Für geschützte Kulturen nennt die Passage „N/A“. [1]

Wählen Sie in Ihrem eigenen System eine verständliche Darstellungsweise. Erklären Sie verwendete Wettersymbole in einer Legende und halten Sie die Zuordnung zum Anwendungstag bei. Wenn verschiedene Mitarbeitende erfassen, sollten sie dieselbe Bedeutung der Symbole verwenden. Eine spätere allgemeine Monatsbeschreibung lässt sich einem konkreten Vorgang schlechter zuordnen als dessen eigene Angaben.

Den Erntenachweis mit dem Spritzjournal verbinden

32.03.01 verlangt einen Nachweis eingehaltener Wartezeiten durch klare Aufzeichnungen, etwa Anwendungsdaten und Erntetermine. Bei fortlaufender Ernte sind Systeme im Feld, in der Anlage oder im Gewächshaus vorgesehen, die die Einhaltung ermöglichen. Die Kriterien nennen beispielsweise Warnhinweise und Anwendungszeiten. [1]

Erstellen Sie für die Dokumentenablage eine Zuordnung zwischen dem behandelten Ort und der späteren Erntekennzeichnung. Unterscheiden Sie Satz, Quartier oder Gewächshausbereich dort, wo Ihr Betrieb diese Unterteilung verwendet. Der Bezug muss beim Übertragen in die Ernteunterlagen erhalten bleiben.

Redaktionelles Beispiel: Ein Betrieb führt mehrere Sätze einer Gemüsekultur. Die Spritzaufzeichnung bezeichnet einen bestimmten Satz. Ein Verzeichnis verbindet ihn mit den dazugehörigen Ernteaufzeichnungen und den Hinweisen für die Erntemannschaft. Das Beispiel beschreibt eine Unterlagenkette; es enthält keine vorgegebene Wartezeit oder Produktanwendung.

Wiederbetreten als dokumentiertes Verfahren behandeln

32.10.06 verlangt klare dokumentierte Verfahren für Wiederbetretungsintervalle. Die Passage nennt die Festlegung von Beginn und Ende, Zugang, Ausnahmen sowie nötige Ausrüstung und Aufenthaltsdauer. Besondere Aufmerksamkeit gilt stärker gefährdeten Beschäftigten. Der Standard behandelt diese Aufgabe als Arbeitsschutzverfahren. [1]

Beschreiben Sie für die eigene Organisation, wie die nächste Arbeitsgruppe die betroffene Fläche erkennt und wo die zugehörige Information steht. Ordnen Sie den Hinweis dem behandelten Ort zu. Lassen Sie die für die Folgearbeit verantwortliche Person den Unterlagenweg nachvollziehen und halten Sie offene Zuordnungen fest.

Die Seite zu Wartezeit und Wiederbetreten erklärt den Unterschied zwischen Ernteplanung und Zugang nach einer Anwendung. Verwenden Sie bei Ihrer Dokumentenablage getrennte Bezeichnungen für diese beiden Aufgaben. Ein Erntetermin allein beschreibt noch kein Verfahren für andere Arbeiten im Bestand.

Kennzahlen von verpflichtenden Einträgen unterscheiden

32.02.03 ist als Empfehlung eingestuft. Er behandelt Kennzahlen zum Wirkstoffeinsatz, unter anderem eine Wirkstoffliste und zusammengefasste Wirkstoffmengen nach Kultur und Zeitraum. Diese Einstufung unterscheidet sich von den Major-Must-Anforderungen an Anwendungs- und Wetteraufzeichnungen. [1]

Falls Sie solche Auswertungen erstellen, halten Sie Ausgangsdaten und Berechnungsweg beieinander. Beschriften Sie, welche Kultur, Fläche und Zeitspanne in die Auswertung eingehen. Vermischen Sie eine Produktmenge nicht ohne Erläuterung mit einer Wirkstoffmenge. Prüfen Sie Ihre eigene Datengrundlage, bevor Sie Kennzahlen zwischen Quartieren oder Saisons vergleichen.

Beschaffungsbelege an die Produktidentität anschließen

32.11.01 verlangt Rechnungen beziehungsweise Beschaffungsunterlagen für Pflanzenschutzmittel und Nacherntebehandlungsmittel. Die Kriterien nennen auch Lieferscheine. Der Beschaffungsbeleg und die konkrete Anwendungsaufzeichnung bleiben damit unterschiedliche Teile des Unterlagensatzes. [1]

Bewahren Sie in Ihrer Ablage die Produktbezeichnung des Originalbelegs auf. Verwenden Sie eine eindeutige Zuordnung zwischen Mittelliste, Bezug und Anwendung. Wenn ein eigener Kurzname eingesetzt wird, erklären Sie ihn bei der Mittelliste. Bei einer Rückfrage sollte die verantwortliche Person das tatsächlich verwendete Produkt anhand der vorhandenen Unterlagen identifizieren können.

Die deutsche gesetzliche Ebene parallel abgleichen

Die LfL beschreibt seit 2026 zusätzliche gesetzliche Angaben wie Zulassungsnummer, Verwendungsart, Kultur mit EPPO-Code sowie bedingt benötigtes BBCH-Stadium und Startzeit. § 11 Absatz 2 PflSchG verlangt von der Betriebsleitung außerdem die Zusammenführung der Aufzeichnungen für ihre bewirtschafteten Flächen unter Angabe des jeweiligen Anwenders. [3][4]

Erstellen Sie einen Feldabgleich zwischen Ihrem Erfassungsformular, den gesetzlichen Angaben und der verwendeten Smart-Checkliste. Verwenden Sie dafür einen bereits dokumentierten Vorgang. Vermerken Sie den Speicherort jedes benötigten Nachweises, statt denselben Inhalt mehrfach abzuschreiben. Ein verständlicher Verweis ist für die eigene Ablage hilfreicher als mehrere unverbundene Kopien.

Eine Selbstbewertung am konkreten Vorgang durchführen

Wählen Sie eine Anwendung mit vorhandenen Ernteunterlagen. Finden Sie nacheinander Produktidentität, anwendende Person, fachliche Verantwortung, Wetterangaben und betroffenen Bestand. Verfolgen Sie danach den Weg zur Ernte und zum dokumentierten Wiederbetretungsverfahren. Nutzen Sie ausschließlich die abgelegten Unterlagen, damit unklare Verweise sichtbar werden.

Für QS-Betriebe gibt es eine eigene Zuordnung der QS-Aufzeichnungen. Die Pflichtangaben behandeln den deutschen Feldkatalog. Der Deutschland-Hub führt zu Fristen und weiteren Betriebssituationen. Behalten Sie Ausgabe, Vorgang und Nachweisbezug in Ihrer eigenen Dokumentenübersicht gemeinsam im Blick.

Aufbewahrung und Datensicherung im Audit unterscheiden

IFA Smart 01.02 verlangt sicher gespeicherte, zugängliche und aktuelle Auditaufzeichnungen. Elektronische Aufzeichnungen sollen gültig und gesichert sein. Der Abschnitt nennt mindestens zwei Jahre Aufbewahrung und einen längeren Zeitraum bei entsprechenden Kundenanforderungen. Für deutsche Pflanzenschutzaufzeichnungen nennt die LfL dagegen mindestens drei Jahre ab Beginn des Folgejahres. Verwenden Sie den zweijährigen Auditbezug deshalb nicht als Löschtermin Ihrer deutschen Anwendungsdaten. [1][3]

Die Kriterien weisen außerdem darauf hin, dass ein fehlender Einzelnachweis zur Abweichung beim jeweils betroffenen Prinzip führt. Als Beispiel wird ein fehlendes Anwendungsdatum auf einem Spritznachweis genannt. Eine insgesamt vorhandene Saisonmappe beantwortet daher noch nicht die Frage, ob jeder betreffende Vorgang vollständig beschrieben ist. [1]

Prüfen Sie in Ihrer eigenen Archivübersicht den Aufzeichnungszweck und den Fristbeginn getrennt. Halten Sie die Sicherungskopie außerhalb des nur auf einem Gerät verfügbaren Arbeitsbestands auffindbar. Lassen Sie eine Vertretung einen einzelnen Anwendungstag aus dem gesicherten Unterlagensatz abrufen.

Fachliche Entscheidung und Vertretung nachvollziehbar machen

Abschnitt 03.01 beschreibt die Zuordnung von Aufgaben und Verantwortlichkeiten einschließlich Tätigkeit, Kontaktinformation und Vertretung bei Abwesenheit. 03.02 behandelt die Kompetenz von Personen, die technische Entscheidungen über Betriebsmittel treffen, darunter Vorernte- und Nachernteanwendungen von Pflanzenschutzmitteln. [1]

Die Kriterien unterscheiden dabei eigene fachlich Verantwortliche und externe qualifizierte Beratung. Für externe Beratung werden offizielle Qualifikationen oder Bescheinigungen über spezifische Fortbildung genannt. Bei anderen Verantwortlichen sollen Erfahrung und aktuelles Fachwissen zusammenkommen, beispielsweise über Fachliteratur oder Schulungen. [1]

Verbinden Sie diese Nachweise mit der Personenzuordnung des Spritzjournals. Schreiben Sie in Ihrer betrieblichen Übersicht, wer Entscheidungen freigibt und wer bei Abwesenheit übernimmt. Halten Sie den Verantwortungsbereich eindeutig, wenn mehrere Personen in unterschiedlichen Produktionsbereichen tätig sind. Die tatsächliche anwendende Person bleibt im Anwendungsdatensatz separat erkennbar.

Eine Selbstbewertung mit Belegen abschließen

Die Selbstbewertung nach 01.03 umfasst die anwendbaren Themen, Standorte und Produkte, auch wenn Aufgaben durch Subunternehmen ausgeführt werden. Für nicht anwendbare und nicht erfüllte Major-Must- und Minor-Must-Kriterien sollen Kommentare zur festgestellten Evidenz vorhanden sein. 01.04 verlangt dokumentierte Korrekturmaßnahmen für festgestellte Abweichungen. [1]

Nutzen Sie dafür eine nachvollziehbare Zuordnung statt einer bloßen Liste angekreuzter Felder. Beschreiben Sie bei einer Feststellung den konkreten Vorgang und den vorhandenen Beleg. Halten Sie fest, welche Verbindung fehlt und welche bestätigte Berichtigung anschließend umgesetzt wird.

NachweisbereichBei der eigenen Durchsicht zusammenlesen
AnwendungsdatensatzAusführung, Entscheidung und Produktidentität
WetteraufzeichnungÖrtliche Bedingungen zum Vorgang
ErntebezugAnwendungsdaten und tatsächliche Erntetermine
ArbeitsschutzverfahrenWiederbetreten und betroffene Folgearbeiten
KompetenznachweisZuständigkeit, Qualifikation und Vertretung
KorrekturmaßnahmeFeststellung, durchgeführte Änderung und zugehöriger Beleg

Die ersten vier Bereiche folgen den Pflanzenschutzkriterien, die letzten beiden den genannten allgemeinen Abschnitten. Die Tabelle bildet eine redaktionelle Lesereihenfolge. [1]

Für einen extern vergebenen Spritzauftrag empfiehlt sich derselbe Belegweg. Fordern Sie die zum Vorgang gehörenden Unterlagen bei der ausführenden Seite an und ordnen Sie sie der eigenen Selbstbewertung zu. Eine ausgelagerte Ausführung sollte in Ihrer Dokumentenübersicht nicht als unbekannter Zwischenraum stehen bleiben. Damit wird die Prüfung der festgehaltenen Anforderungen am tatsächlichen betrieblichen Ablauf möglich.