Für die Pflanzenschutzdokumentation stehen die Leafwrit-Excel-Arbeitshilfe und das amtliche LfL-Muster zur Verfügung. Die LfL veröffentlicht neben der leeren Arbeitsmappe ein ausgefülltes Beispiel und Erläuterungen zu den Feldern. Nutzen Sie diese Anleitung, um eine Vorlage auszuwählen und die Angaben eines Vorgangs vollständig einzutragen. [1]
Eine Vorlage auswählen und eine Arbeitskopie anlegen
Leafwrit-Excel-Arbeitshilfe herunterladen. Speichern Sie für Ihre betrieblichen Einträge eine eigene Arbeitskopie und kennzeichnen Sie sie mit Betrieb und Saison. Legen Sie daneben einen Ablageort für eingehende Protokolle fest. Halten Sie beim ersten Ausfüllen die Produktangaben und den Flächenbezug bereit.
Das amtliche LfL-Musterformular[3] enthält die Feldüberschriften von der Verwendungsart bis zum Namen des Anwenders. Die LfL ergänzt es durch ein ausgefülltes Beispiel[4] und eine Felderläuterung als PDF[2]. Das Muster stammt von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft. [1][3]
Bewahren Sie eine unveränderte Ausgangsdatei getrennt von ausgefüllten Jahresjournalen auf. Verwenden Sie für eine überarbeitete Arbeitskopie einen erkennbaren Bearbeitungsnamen. Schreiben Sie in einen begleitenden Vermerk, welche Fassung im Betrieb verwendet wird und wer neue Einträge übernimmt. So findet eine Vertretung sowohl die leere Vorlage als auch die tatsächlich bearbeitete Saisondatei.
Feldvorschau: Welche Informationen gehören zusammen?
Die folgende Vorschau beschreibt die erforderlichen Informationen nach der LfL-Erläuterung. Sie ordnet die Felder nach ihrer Bedeutung beim Ausfüllen. Die LfL nennt insbesondere Verwendungsart, Mittel und Zulassungsnummer, Datum, Aufwandmenge, Kultur samt EPPO-Bezeichnung, die behandelte Fläche und den Anwender. Uhrzeit und BBCH kommen bei einschlägigen Beschränkungen hinzu. [1]
| Feldgruppe | Bedeutung beim Ausfüllen | Was Sie vor dem Speichern klären |
|---|---|---|
| Verwendungsart | Art der Pflanzenschutzanwendung | Flächen-, Raum- oder Saatgutbehandlung auseinanderhalten |
| Mittelidentität | Vollständiger Name mit Zulassungsnummer | Beleg zur tatsächlich verwendeten Packung zuordnen |
| Zeitpunkt | Datum und gegebenenfalls Beginn | Bedingte Uhrzeitangabe prüfen |
| Aufwand | Ausgebrachte Menge bezogen auf die richtige Einheit | Produktmenge und behandelten Umfang nicht vertauschen |
| Lage und Umfang | Identifizierbarer Ort sowie Fläche oder andere behandelte Einheit | Aussage zur Lage und Aussage zur Größe getrennt lesen |
| Kultur und Entwicklung | Kulturbezeichnung, EPPO, gegebenenfalls BBCH | Relevante Anwendungsbedingungen hinzunehmen |
| Anwender | Ausführende Person mit Vor- und Nachnamen | Den tatsächlichen Anwender eintragen |
Beginnen Sie beim praktischen Abgleich mit einer vorhandenen betrieblichen Aufzeichnung. Suchen Sie für jede Feldgruppe den zugehörigen Wert. Wenn der Eintrag nur durch mündliche Erinnerung verständlich wird, notieren Sie die offene Rückfrage. Ergänzen Sie keine angenommene Zulassungsnummer, nur damit die Zeile vollständig aussieht. Die amtliche BVL-Datenbank bietet die Suche nach zugelassenen Pflanzenschutzmitteln. [7]
Beispiel: Eine Fläche und ihre Behandlung zuordnen
Das folgende frei erfundene Organisationsbeispiel zeigt den Zusammenhang zwischen Schlag, behandelter Teilfläche und Anwender. Es ist eine Übung zur Flächenzuordnung. Die Produktangaben werden beim Ausfüllen des vollständigen Journals anhand der tatsächlich verwendeten Mittel ergänzt.
| Beispielvorgang | Schlagbezeichnung | Schlaggröße | Behandelter Umfang | Anwender |
|---|---|---|---|---|
| Übung vom 15. Mai 2026 | Übungsfläche Nord | 3,00 ha | 1,20 ha | Erika Musterfrau |
Im Beispiel umfasst die Behandlung nur einen Teil des Schlags. Übernehmen Sie deshalb beim Eintragen des behandelten Umfangs den Wert 1,20 ha. Ordnen Sie den Ort über die zugehörige Flächenunterlage zu und halten Sie den Namen der ausführenden Person fest. Die LfL verlangt den tatsächlich behandelten Umfang und erläutert die nachvollziehbare Dokumentation von Teilflächen. [1]
Für ein vollständig ausgefülltes Anwendungsmuster nutzen Sie zusätzlich das amtliche LfL-Beispiel. Dort sind unter anderem Mittelname, Zulassungsnummer, Kultur, Aufwandmenge, Flächenbezug und Person eingetragen. Lesen Sie die Spalten von links nach rechts und vergleichen Sie danach dieselben Felder in Ihrer betrieblichen Arbeitskopie. [4]
Die Einheit richtet sich nach dem Vorgang
Die LfL erläutert die tatsächlich eingesetzte Produktmenge je Flächen- oder Gewichtseinheit. Der behandelte Umfang beschreibt die tatsächliche Fläche, das Raumvolumen oder die behandelte Saat- beziehungsweise Pflanzgutmenge. Eine Flächenspalte lässt sich daher nicht ohne Weiteres für jeden Behandlungstyp verwenden. [1]
Kontrollieren Sie im ausgewählten Blatt sowohl die Überschrift als auch die Einheit des eingetragenen Werts. Bleibt beispielsweise unklar, ob eine Menge den gesamten Vorgang oder den Flächenbezug beschreibt, klären Sie diese Unterscheidung vor einer Zusammenfassung. Die Anleitung Pflichtangaben ausfüllen behandelt diese Zuordnung genauer. Für kulturbezogene Fragen ergänzt der Weinbau-Leitfaden die allgemeine Feldübersicht.
Behandlungen mobil mit Leafwrit eintragen
Leafwrit führt Pflanzenschutzanwendungen im mobilen Journal. Die Erfassung funktioniert ohne Netz. Frühere Behandlungen lassen sich für einen neuen Eintrag übernehmen und Aufzeichnungen nach Länderprofil als Datei ausgeben. Für die tabellarische Vorbereitung steht daneben die Excel-Arbeitshilfe bereit.
Die Arbeitsmappe für die elektronische Übergabe vorbereiten
§ 11 Absatz 2 PflSchG erlaubt schriftliche Aufzeichnungen bis zum Ablauf des 31. Dezember 2026. Die erweiterten Inhalte gelten bereits seit 2026; ab 1. Januar 2027 ist die elektronische, maschinenlesbare Führung verbindlich. Vergleichen Sie beim Übergang die vorhandenen Spalten mit den aktuellen Pflichtangaben. [8][5]
Die Landwirtschaftskammer NRW beschreibt für die von ihr verlinkte JKI-Tabelle das Speichern im CSV-Format als Weg zur maschinenlesbaren Aufzeichnung. Niedersachsen nennt CSV, XML und JSON als strukturierte Formate und grenzt PDF davon ab. Der Leitfaden zu Excel und CSV erklärt den Vergleich zwischen Eingabemappe und Datendatei. [6][5]
Legen Sie vor einem Export die Arbeitsmappe mit ihren vollständigen Einträgen ab. Öffnen Sie die ausgegebene Datei anschließend erneut und vergleichen Sie einen bekannten Vorgang: Produktname und Nummer, Datum, Kultur, Umfang und Einheit sollten bei der Übertragung zusammenbleiben. Bewahren Sie die Arbeitskopie und die für eine Anfrage zusammengestellte Datei unter unterscheidbaren Namen auf. Notieren Sie den betroffenen Zeitraum in Ihrem Ablageverzeichnis.
Vor der ersten betrieblichen Nutzung abhaken
- Ist die Herausgeberschaft der heruntergeladenen Datei klar?
- Haben Sie den tatsächlichen Feldumfang mit der fachlichen Übersicht verglichen?
- Sind Einheiten und bedingte Angaben für Ihre Verwendungsart verständlich?
- Ist bekannt, wer die Originaldaten einträgt und offene Fragen beantwortet?
- Lassen sich Unterlagen eines Dienstleisters einem eigenen Schlag zuordnen?
- Haben Sie eine gespeicherte Datei erneut geöffnet und den Inhalt gelesen?
Diese Punkte sind ein vorgeschlagener Arbeitscheck. Die Pflicht zur Zusammenführung durch die Betriebsleitung folgt aus § 11 PflSchG; für Anwendungen durch Dienstleister bestehen zusätzlich die beschriebenen Informationswege. Bewahren Sie die Arbeitshilfe und Ihre echten Aufzeichnungen getrennt von unveränderten Blankomustern auf, damit beim späteren Abruf der richtige Bearbeitungsstand erkennbar bleibt. [8][5]
Felder für unterschiedliche Verwendungen auswählen
Die LfL führt Freiland einschließlich Nichtkulturland, öffentliche Flächen, Lager, Gewächshaus, Beizanlage und Anlage zur Behandlung von Pflanzgut als Verwendungsarten auf. Die Mengenangabe richtet sich nach dem Behandlungsvorgang: Bei einer Beizung im eigenen Betrieb wird die Saatgutmenge erfasst; bei der Lagerraumbehandlung können Kulturpflanze und EPPO-Code frei bleiben. [1]
Stellen Sie die Vorlage deshalb vor dem ersten Eintrag neben eine Beschreibung Ihrer tatsächlichen Arbeit. Gehen Sie die benötigten Feldgruppen durch und tragen Sie die zugehörigen Einheiten ein. Halten Sie eine kurze betriebliche Ausfüllhilfe bei der Datei bereit. Erläutern Sie darin Ihre Flächenkürzel und den Ablageort ergänzender Unterlagen. Lassen Sie eine zweite Person einen ausgefüllten Vorgang lesen und den zugehörigen Ort benennen. Bearbeiten Sie Rückfragen anschließend direkt an der betroffenen Zeile.
