Gebrauchsanleitung, Sicherheitsdatenblatt, Abstandsauflagen und das Merkblatt „Sicherer Transport/Lagerung von PSM“ stehen auf der BASF-Produktseite, Zulassungsende, Anwendungsbestimmungen und Auflagen im BVL-Datenblatt. Nach § 12 Absatz 1 Pflanzenschutzgesetz dürfen Pflanzenschutzmittel einzeln oder gemischt nur in den in der Zulassung festgesetzten, jeweils gültigen Anwendungsgebieten und entsprechend den jeweils gültigen Anwendungsbestimmungen angewandt werden.

Produkt, Wirkstoff und Verwendungszweck

Kumulus WG ist ein wasserdispergierbares Schwefelgranulat mit 800 Gramm Schwefel je Kilogramm und wirkt als Fungizid sowie Akarizid. Zulassungsinhaber ist BASF Agricultural Solutions Deutschland; das Mittel ist für berufliche Anwender bestimmt.

Die Zulassung von Kumulus WG endet am 31. Juli 2028.

Legen Sie das Etikett des vorhandenen Gebindes neben die heruntergeladene Anleitung und vergleichen Sie Namen und vollständige Zulassungsnummer. Halten Sie die verwendete Fassung im Arbeitsauftrag fest. Klären Sie erst danach, welche Kultur auf der Fläche steht, welcher Schadorganismus gemeint ist und welche Nutzungsform betroffen ist. Bei einem anderen Schwefelpräparat beginnen Sie mit dessen eigener Nummer.

Die Gebrauchsanleitung Abschnitt für Abschnitt lesen

Gehen Sie die Anleitung für Ihre Kultur mit diesen Fragen durch:

Abschnitt im DokumentFrage beim Abgleich
Produkt / ZulassungsnummerGehört die Datei zum vorhandenen Gebinde?
Wirkstoff(e)/-gehalt(e) / FormulierungstypWelche Zusammensetzung und Formulierung ist bezeichnet?
AnwenderkategorieFür welchen Anwenderkreis ist das Produkt bestimmt?
Arbeits- und GesundheitsschutzWelche Angaben betreffen den Umgang, welche einzelne Anwendungen?
Schutz des NaturhaushaltsWelche produkt- und anwendungsbezogenen Bestimmungen stehen dort?
Anwendung, Wirksamkeit und KulturverträglichkeitWelche Hinweise gehören zu Kultur und Wirkungsweise?
Von der Zulassungsbehörde festgesetzte AnwendungsgebieteWelche Zeile passt zu Kultur und Schadorganismus?
AnwendungstechnikWas gilt für Gerät, Ansatz, Mischung und Reinigung?

Netzschwefel im Weinbau anwenden

Für Weinreben (Weinbau, Freiland, Nutzung als Tafel- und Keltertraube) führt die Anleitung getrennte Anwendungen gegen Echten Mehltau, Rebenpockenmilbe und Rebstock-Kräuselmilbe. Jede Anwendung nennt Aufwandmenge, Zeitpunkt, Zahl der Behandlungen, Abstand, Wartezeit und Auflagencodes.

Notieren Sie vor der Behandlung die Nutzungsform der Trauben und den tatsächlich erreichten Entwicklungszustand (BBCH). Öffnen Sie die gewählte Anwendungszeile vollständig, mit Auflagencodes und Wartezeit, und vergleichen Sie Ihren geplanten Ablauf damit. Was Wartezeit und Wiederbetreten bedeuten, steht auf der Seite Wartezeit und Wiederbetreten.

Schreiben Sie für Ihre Saisonplanung neben den Handelsnamen auch die Wirkstoffgruppe und gleichen Sie die Behandlungsfolge mit dem Spritzplan für den Weinbau ab.

In den bayerischen Oidium-Versuchen war eine Spritzfolge aus Netzschwefel und anschließend Vitisan nicht ausreichend wirksam. Im ökologischen Weinbau kommt eine solche Spritzfolge in der Praxis nicht vor, weil zur Vorbeugung gegen Peronospora immer ein Kupferpräparat mitgeführt wird.

Beispiel: Kumulus WG gegen die Rebstock-Kräuselmilbe

Beide Anwendungen erfolgen bei Befallsbeginn bzw. beim Sichtbarwerden der ersten Symptome oder Schadorganismen.

EntwicklungsabschnittProduktaufwandWasseraufwandUmfang
Vor Austrieb, BBCH 00 bis 097,5 kg/haHöchstens 1.000 l/haEinmal in dieser Anwendung.
Nach Austrieb, BBCH 11 bis 812 kg/haHöchstens 1.000 l/haEinmal in dieser Anwendung, nur zur Befallsminderung.

Die Wartezeit beträgt bei beiden Anwendungen 28 Tage. Vor dem Austrieb gelten die Auflagencodes NT103-1, SF276-EEWE, NW642-1, NN134 und WP732, nach dem Austrieb NT101-1 mit denselben vier weiteren Codes. Für Kultur und Jahr sind insgesamt höchstens zehn Behandlungen festgesetzt.

Beispiel: Kumulus WG gegen Echten Mehltau an Reben

Für Tafel- und Keltertrauben im Freiland gilt bei dieser Anwendung die Wartezeit von 28 Tagen. Der Produktaufwand beträgt bei BBCH 09 vier Kilogramm in 200 Litern Wasser je Hektar. Bei BBCH 61 sind es sechs Kilogramm in 600 Litern, bei BBCH 71 acht Kilogramm in 1.000 Litern. Die Anwendung erfolgt ab Befallsbeginn oder ersten Symptomen zwischen BBCH 09 und 81. Zulässig sind höchstens zehn Behandlungen in dieser Anwendung sowie je Kultur und Jahr, mit sieben Tagen Abstand. Hier gelten die Auflagencodes NT109-1, SF276-EEWE, NW642-1, NN134 und WP732.

Aufwandmenge je Hektar und je Laubwandfläche

Die Gebrauchsanleitung nennt Produktaufwand in Kilogramm je Hektar und Wasseraufwand in Litern je Hektar als getrennte Angaben, zum Beispiel 7,5 kg/ha in höchstens 1000 l Wasser/ha. Lesen Sie jede Mengenangabe mit Einheit und Bezugsgröße und prüfen Sie, ob es um Produktaufwand, Wasseraufwand oder eine Konzentration geht. Kultur, Entwicklungsstadium und Bezugsfläche gehören beim Übertragen zusammen.

Schwefelgehalt von Kumulus WG

Kumulus WG enthält 800 Gramm Schwefel je Kilogramm Handelsprodukt. Für eine Stoffrechnung multiplizieren Sie die Kilogramm Produkt mit diesem Gehalt; das Wasser ist eine eigene Größe und fließt nicht in diese Rechnung ein.

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Aufwandmenge je 10.000 m² Laubwandfläche

Die Aufwandmenge von Netzschwefel wird in kg je 10.000 m² Laubwandfläche angegeben und ändert sich mit Stadium und Präparat. Für Kumulus WG (052273-00) nennt die Tabelle 2026 höchstens 8,00 kg je Anwendung nach Faktorzulassung und bis zum Stadium Vorblüte 6,67 kg, bis Blütebeginn 6,00 kg, bis Ende Blüte 6,00 kg und bis Erbsengröße 5,00 kg. Lesen Sie die Menge beim tatsächlich erreichten Stadium ab und vergleichen Sie dazu Präparat, Zulassungsnummer und Entwicklungsabschnitt in der Tabelle. Schreiben Sie bei jeder Übernahme die Bezugsgröße aus („kg je Hektar Grundfläche“ oder „kg je 10.000 m² Laubwandfläche“) und vermerken Sie, ob die Angabe aus der Produktanleitung oder aus einer weinbaulichen Umrechnung stammt. Maßgeblich für die Umsetzung bleibt die gewählte Anwendung in der Gebrauchsanleitung.

Kumulus WG ansetzen und ausbringen

Die Gebrauchsanleitung verlangt, nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird, und das Spritzgerät regelmäßig auf einem Prüfstand testen und auslitern zu lassen. Das Granulat wird ohne Siebeinsatz langsam in den zu drei Vierteln mit Wasser gefüllten Behälter eingerieselt, danach wird mit Wasser aufgefüllt. Das Rührwerk läuft während Fahrt und Ausbringung; nach Arbeitspausen wird die Spritzbrühe erneut sorgfältig aufgerührt. Während der Behandlung ist der Spritzflüssigkeitsverbrauch laufend in Bezug zur behandelten Fläche zu kontrollieren.

Mischpartner und Mischreihenfolge

Kumulus WG ist mit Insektiziden und Akariziden mischbar, mit Blattdüngern in Markenqualität in aller Regel auch; für Verträglichkeit und Mischbarkeit der vielen Blattdünger-Produkte übernimmt der Hersteller keine Haftung. Mit Spritzölen oder ölhaltigen Formulierungen wird nicht gemischt. Kumulus WG wird stets als erstes Produkt in den Tank gefüllt, Mischpartner kommen getrennt hinzu. Eine Mischung mit EC-Formulierungen ist nur bei einer Wasseraufwandmenge von mindestens 500 Litern je Hektar möglich. Mischungen sind möglichst umgehend auszubringen; angesetzte Spritzflüssigkeit soll nicht für längere Zeit im Spritzfass stehen. Für den Mischpartner gelten die von der Zulassungsbehörde festgesetzten Anwendungsgebiete und Anwendungsbestimmungen. Prüfen Sie deshalb zwei Dinge getrennt: ob sich die Produkte im Tank vertragen und ob die Mischung rechtlich zulässig ist. Das Pflanzenschutzgesetz erfasst auch gemischte Mittel.

Befallsdruck und schwefelempfindliche Sorten

Selbst für den ökologischen Weinbau zugelassene Kupfer- und Schwefelpräparate erreichen bei stärkerem Befallsdruck nicht immer ausreichende Wirkungsgrade. Im ökologischen Weinbau sollen vorbeugende Maßnahmen gebündelt und die Behandlung rechtzeitig begonnen werden.

Beim Kernobst sind verschiedene Apfelsorten wie Berlepsch, Ontario und Cox Orange schwefelempfindlich. Standort und Temperatur während der Spritzung beeinflussen die Verträglichkeit stark; örtliche Erfahrungen sind zu beachten. Bei schwefelempfindlichen Sorten wird mit halber Aufwandmenge gearbeitet und dafür häufiger gespritzt.

Zum Regen nach der Spritzung siehe Regen nach Pflanzenschutz. Prüfen Sie vor einer Nachbehandlung die Produktbedingungen erneut.

Schutz beim Ansetzen und Wiederbetreten

Anwendungsbestimmungen und Auflagen für das gesamte Mittel gelten für jede Anwendung; die zu einzelnen Anwendungen stehen bei der jeweiligen Anwendung.

Beim Umgang mit dem unverdünnten Mittel sind Universal-Schutzhandschuhe (Pflanzenschutz) zu tragen (SS110). Behandelte Flächen und Kulturen dürfen erst nach dem Abtrocknen des Spritzbelags wieder betreten werden (SF245-01). Nach der Anwendung im Weinbau müssen bei Nachfolgearbeiten und Inspektionen mit direktem Kontakt zu den behandelten Pflanzen bis einschließlich Ernte lange Arbeitskleidung, festes Schuhwerk und Schutzhandschuhe getragen werden (SF276-EEWE). Mittelreste, Anwendungsflüssigkeit und Reinigungswasser dürfen nicht in Gewässer gelangen, auch nicht indirekt über Kanalisation, Hof- und Straßenabläufe (NW468). Kumulus WG gilt als schädigend für Populationen relevanter Nutzinsekten (NN3001) und als giftig für Fischnährtiere (NW263); jeder unnötige Kontakt mit dem Mittel ist zu vermeiden (SB001); Missbrauch kann zu Gesundheitsschäden führen. Die BVL-Richtlinie zur persönlichen Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist zu beachten (SB110). Das Mittel gilt bis zur höchsten zugelassenen Aufwandmenge als nicht bienengefährlich (B4); der Wirkungsmechanismus gehört zur FRAC-Gruppe M2.

Angrenzende Flächen und Gewässer

Die Anwendung in oder unmittelbar an oberirdischen Gewässern oder Küstengewässern ist nicht zulässig; unabhängig davon gilt der nach Länderrecht verbindliche Mindestabstand zu Oberflächengewässern, und Zuwiderhandlungen können mit einem Bußgeld bis 50.000 Euro geahndet werden (NW642-1).

Bei der Mehltau-Anwendung (NT109-1) ist zu angrenzenden Flächen, ausgenommen landwirtschaftlich oder gärtnerisch genutzte Flächen, Straßen, Wege und Plätze, ein Abstand von mindestens 5 m einzuhalten; in den folgenden mindestens 20 m muss mit einem verlustmindernden Gerät mindestens der Abdriftminderungsklasse 90 % gearbeitet werden. Bei den Milbenanwendungen verlangt NT103-1 vor dem Austrieb 20 m Breite mit einem Gerät der Klasse 90 %, NT101-1 nach dem Austrieb mit einem Gerät der Klasse 50 %.

Stellen Sie vor der Behandlung fest, welche angrenzenden Flächen und Gewässer von der Ausbringung betroffen sein können, und lesen Sie die Codes der gewählten Anwendung in der vollständigen Erläuterung. Zu den Abstandsauflagen insgesamt siehe Abstandsauflagen; maßgeblich ist die Zeile Ihrer Anwendung im Produktdokument.

Lagerung

Kumulus WG wird dicht verschlossen an einem trockenen, kühlen und gut belüfteten Ort aufbewahrt, getrennt von Lebens- und Futtermitteln, unzugänglich für Kinder und nur in der verschlossenen Originalverpackung.

Aufzeichnung nach § 11 Pflanzenschutzgesetz

Der Leiter eines landwirtschaftlichen, forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betriebes ist verpflichtet, die Aufzeichnungen für die bewirtschafteten Flächen seines Betriebes unter Angabe des jeweiligen Anwenders zusammen zu führen. Die Aufzeichnungen der beruflichen Verwender können bis zum Ablauf des 31. Dezember 2026 auch schriftlich geführt werden.

Legen Sie zu jedem Behandlungseintrag die verwendete Gebrauchsanleitung und eine dazu eingeholte Beratungsauskunft, damit Sie die Anwendung später wiederfinden.

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