Gefahren am Arbeitsplatz und Ausrüstung abgleichen

Gleichen Sie die Gefahren am Arbeitsplatz mit den Eigenschaften der verfügbaren Ausrüstung ab. Dazu zählen Einsatzdauer, Expositionshäufigkeit, ergonomische Anforderungen, Leistungswerte und mögliche Gefahren durch die PSA selbst. Bei gleichzeitig benötigten Ausrüstungen müssen die Schutzfunktionen aufeinander abgestimmt sein.

Register und Sicherheitsdatenblatt: Wo was steht

Das BAES-Register enthält Zulassungsdaten, Wirkstoffe sowie detaillierte Anwendungsbestimmungen, Auflagen und Hinweise. Die Indikationen beschreiben Kultur, Schadorganismus und Verwendung. Lesen Sie dort auch die Hinweise und Auflagen der Kennzeichnung.

Prüfen Sie die erlaubte Anwendung im BAES-Register und die Gefahren- und Schutzmaßnahmen im Sicherheitsdatenblatt. Die erlaubte Anwendung steht im Register, die genauen Angaben zur Schutzausrüstung stehen im Sicherheitsdatenblatt. Legen Sie beide Unterlagen vor dem Einkauf bereit.

Pflanzenschutz-Handschuhe nach dem Einsatzprofil auswählen

Beurteilen Sie zunächst die Chemikalienbelastung und die Arbeitsbedingungen. Lesen Sie zuerst die Angaben zu Chemikalienhandschuhen im Sicherheitsdatenblatt. Hinzu kommen Griffvermögen, Fingerfertigkeit, Rutschfestigkeit, Tragedauer, Umgebungstemperatur sowie individuelle Passform und Unverträglichkeiten. Beachten Sie bei der Auswahl, dass standardisierte Prüfbedingungen von Ihren tatsächlichen Arbeitsbedingungen abweichen können.

Handschuhe vor Gebrauch und bei Feuchtarbeit prüfen

Ziehen Sie Schutzhandschuhe nur über saubere, trockene Hände. Wechseln Sie feuchte oder durchnässte Handschuhe und beachten Sie die empfohlene Tragedauer. Bei starkem Schwitzen helfen Baumwoll-Unterziehhandschuhe. Sie dürfen nicht länger als der Schutzhandschuh sein, damit keine Flüssigkeit durch Dochtwirkung eindringt. Einmalhandschuhe verwenden Sie nur einmal. Üben Sie das Ausziehen kontaminierter Handschuhe, ohne anhaftende Arbeitsstoffe zu berühren.

Kennzeichnung der Handschuhe mit den Unterlagen abgleichen

Piktogramme auf Schutzhandschuhen zeigen, gegen welche Gefährdungen sie geprüft wurden. Zahlen und Buchstaben neben dem Symbol beschreiben Ergebnisse einzelner Prüfungen. Die Kennzeichnung X kann bedeuten, dass keine Prüfung durchgeführt wurde oder das Prüfverfahren ungeeignet erscheint. X bezeichnet somit keine Leistungsstufe 0.

Prüfen Sie in den Herstellerinformationen die eindeutige Handschuhbezeichnung und die verfügbaren Größen. Hinzu kommen Angaben zum bestimmungsgemäßen Gebrauch, Piktogramme und Leistungsstufen.

Schutzbrille und Gesichtsschutz mit der Sehhilfe abstimmen

Gewöhnliche Korrektionsbrillen besitzen keine nachgewiesene Schutzwirkung. Eine benötigte Sehhilfe ist bei der Auswahl des Augenschutzes zu berücksichtigen. Stimmen Sie bei einer Kombination mit anderer PSA die Schutzfunktionen aufeinander ab. Zu den Auswahlkriterien gehören guter Sitz, ausreichende Beschlagsfreiheit, geeignete Sichtscheiben und Benutzerfreundlichkeit.

Atemschutz als Kombination aus Maske und Filter betrachten

Partikelfilter und Filter gegen Gase beziehungsweise Dämpfe erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Kombinationsfilter verbinden diese Schutzfunktionen. Kontrollieren Sie Dichtsitz und Ventile sowie mögliche Verschmutzungen und Beschädigungen. Prüfen Sie auch die Ablaufdaten von Filter und Maskenkörper. Befolgen Sie für Pflege und Aufbewahrung die Anweisungen des Maskenherstellers.

Schutzanzug, Stiefel und Arbeitsabschnitt verbinden

Die PSA-Empfehlungen für Schutzanzug und Stiefel unterscheiden sich danach, ob das Mittel konzentriert oder verdünnt verwendet wird und welche Gefährdungen von den Inhaltsstoffen ausgehen. Als Stiefel sind Gummi- oder PU-Stiefel nach ÖNORM EN ISO 20345 der Kategorie S4 oder S5 vorgesehen. Nutzen Sie zur Auswahl Sicherheitsdatenblatt, Herstellerinformationen und die betriebliche Gefährdungsbeurteilung. Ziehen Sie bereits benutzte PSA in einem eigenen Bereich an und legen Sie sie dort wieder ab.

Schutzkleidung anziehen

Prüfen Sie die PSA zuerst auf Beschädigungen. Ziehen Sie den Schutzanzug an, lassen Sie die Kapuze zunächst unten. Nach den Stiefeln ziehen Sie die Hosenbeine darüber. Setzen Sie Maske und Brille beziehungsweise Vollvisier auf und prüfen Sie den Dichtsitz. Ziehen Sie die Kapuze über und schließen Sie den Anzug. Zuletzt folgen die Handschuhe: Stulpen umschlagen und die Ärmel bis zu den Handgelenken darüberziehen.

Schutzkleidung ablegen

Spülen Sie vor dem Ausziehen zuerst kontaminierte Handschuhe, danach die Stiefel ab. Legen Sie Kapuze, Schutzanzug, Stiefel und Handschuhe in dieser Reihenfolge ab. Nehmen Sie Atemschutz und Schutzbrille zuletzt ab. Reinigen Sie die Maske ohne Filter sowie Hände, Unterarme und Gesicht gründlich.

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Vorbereiten, unterweisen und Mängel behandeln

Unterweisen Sie Beschäftigte in bestimmungsgemäßer Benutzung, Verwendungsbeschränkungen, Lagerung, Aufbewahrung, Reinigung, Pflege und Entsorgung der PSA. Ebenso gehören das Erkennen von Beschädigungen und das Vorgehen bei Mängeln dazu. Stellen Sie die Verwenderinformationen verständlich bereit.

Bewahren Sie PSA getrennt von Pflanzenschutzmitteln auf.

Sicherheitsberatung am Betrieb

Die SVS bietet Versicherten Sicherheitsberatung vor Ort an. Zu den Themen zählen Gefahrstoffe und persönliche Schutzausrüstung.

Beispiel Netzschwefel Kwizda

  • Prüfen Sie in Abschnitt 1 den Produktidentifikator (Pfl.Reg.Nr. 1941), den Lieferanten Kwizda Agro GmbH und die Notrufnummer der Vergiftungsinformationszentrale Wien, +43 1 406 43 43.
  • Lesen Sie die Einstufung des Gemischs in Abschnitt 2 und die Bestandteile in Abschnitt 3. Inhaltsstoffangaben sind nicht automatisch die Einstufung des gesamten Produkts.
  • Nutzen Sie Abschnitt 4 für die Erste-Hilfe-Maßnahmen.
  • Prüfen Sie in Abschnitt 8 die Expositionsbegrenzung und die persönliche Schutzausrüstung.
  • Netzschwefel Kwizda hat nach Abschnitt 14 keine ADR-UN-Nummer, Versandbezeichnung, Transportgefahrenklasse oder Verpackungsgruppe. Die Angaben lauten jeweils „ADR entfällt“.

Ist Netzschwefel gesundheitsschädlich?

Netzschwefel Kwizda ist nach CLP nicht eingestuft. Vermeiden Sie beim Umgang mit dem Granulat Staubbildung sowie Augen- und Hautkontakt. Atmen Sie Staub nicht ein. Sorgen Sie am Arbeitsplatz für gute Belüftung beziehungsweise Absaugung.

Tragen Sie bei unzureichender Belüftung oder Überschreitung der empfohlenen Arbeitsplatzkonzentrationen Atemschutz. Verwenden Sie einen Standardoverall und einen Schutzanzug der Kategorie 3, Typ 5.

Verwenden Sie Handschuhe aus Nitrilkautschuk. Die empfohlene Materialstärke liegt über 0,4 Millimeter, die Permeationsstufe beträgt 6. Erfragen Sie die genaue Durchbruchzeit beim Handschuhhersteller und halten Sie sie beim Gebrauch ein.

Waschen Sie verunreinigte Handschuhe. Bei innerer Kontamination, Beschädigung oder außen nicht entfernbarer Verunreinigung sind sie zu entsorgen. Tragen Sie eine Schutzbrille mit Seitenschutz. Verunreinigte Kleidung ist auszuziehen und vor erneuter Verwendung sorgfältig zu waschen; vor Pausen und nach Arbeitsende sind die Hände zu reinigen.

Bei Augenkontakt spülen Sie die Augen einige Minuten behutsam mit Wasser. Entfernen Sie Kontaktlinsen nach Möglichkeit und spülen Sie weiter. Holen Sie bei anhaltender Reizung ärztlichen Rat ein.

Schutzanzug und Schutzhandschuhe: Was die Normangaben bedeuten

Chemikalienschutzanzüge des Typs 3 sind flüssigkeitsdicht, Typ 4 ist sprühdicht und Typ 6 begrenzt sprühdicht. Schutzkleidung gegen Pflanzenschutzmittel nach ÖNORM EN ISO 27065 hat die Stufen C1, C2 und C3. C3 bezeichnet die höchste Schutzwirkung.

Bei Pflanzenschutzhandschuhen nach ÖNORM EN ISO 18889 steht G2 für konzentrierte und G1 für verdünnte Mittel. GR bezeichnet teilbeschichtete Handschuhe für Nachfolgearbeiten mit trockenen oder teilweise trockenen Rückständen. Die Materialstärke allein belegt keine Chemikalienbeständigkeit. Achten Sie bei zusätzlicher mechanischer Beanspruchung auch auf die Prüfung nach ÖNORM EN 388.

Prüfen Sie bei einem Set für die Pflanzenschutz-Schutzausrüstung jede Komponente einzeln. Schutzanzug, Handschuhe, Brille und Atemschutz haben unterschiedliche Aufgaben.

Pflanzenschutzhandschuhe und PSM-Schutzanzug: DIN 32781 und ISO 27065

Die Norm DIN 32781 für Schutzanzüge gegen Pflanzenschutzmittel (PSM) beschrieb Anzüge für das Spritzen verdünnter Mittel und ist zurückgezogen. Prüfen Sie bei einem Schutzanzug gegen Pflanzenschutzmittel, der nur DIN 32781 nennt, ob zusätzlich die Stufe nach ÖNORM EN ISO 27065 (C1 bis C3) angegeben ist; Pflanzenschutzhandschuhe lesen Sie nach ISO 18889 (G1, G2, GR) wie oben beschrieben.

Verschleiß und Ende der Verwendung

Sondern Sie PSA mit Löchern, Rissen, Aufquellungen, Versprödung oder Verfärbungen aus. Auch ein überschrittenes Ablaufdatum oder die maximale Verwendungsdauer nach Herstellerangabe beendet die Nutzung. Wiederverwendbare Schutzanzüge werden nach Herstellerangaben entsorgt; Einweg-Schutzanzüge nach einmaliger Verwendung. Vermerken Sie die erstmalige Verwendung am Anzug.

Nachfolgearbeiten und Wiederbetreten

Prüfen Sie vor Nachfolgearbeiten die Vorgaben zum Wiederbetreten behandelter Bereiche, einschließlich behandelter Lager. Technische Datenblätter und Gebrauchsanweisungen enthalten Anwendungsbereich, Dosierung, Wartefristen, Herstellung der Spritzbrühe und Mischbarkeit sowie die Angaben, wann Lager wieder betreten und wann Nachfolgearbeiten durchgeführt werden dürfen. Lesen Sie Abschnitt 7 des Sicherheitsdatenblatts für die sichere Handhabung und Lagerung.

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