Krankheiten und Ausgangsbestand beurteilen
Achten Sie auf Braunrost, Gelbrost, Septoria tritici, Septoria nodorum und nach Vorfrucht Mais auf Ährenfusariosen. Berücksichtigen Sie Sortenanfälligkeit, Standort und Witterung.
Gelbrost kann milde Winter auf Ausfallgetreide oder bereits im Herbst erkrankten Pflanzen überdauern. Bei günstigen Bedingungen kann sich der Befall rasch ausbreiten. Mehltau tritt besonders bei anfälligen Sorten, in Staulagen und bei intensiver Stickstoffdüngung auf. Vergleichen Sie die Sorteneinstufungen im Feldbauratgeber.
PCR, Bonitur und Prognose richtig auseinanderhalten
Im Warndienst bezeichnet die visuelle Befallshäufigkeit den Anteil befallener Pflanzen. Die PCR-Frühdiagnose erfasst im Labor auch noch nicht sichtbaren Befall. Lesen Sie Befallsstufen anhand der Farben und Zahlen ab. Wechseln Sie für die Einschätzung künftiger Infektionen zur Prognose mit eigener Legende.
Achten Sie auf die gesonderten Anzeigen für fehlende Daten und Zeitpunkte außerhalb des Erhebungszeitraums. Diese Anzeigen bedeuten keinen geringen oder fehlenden Befall.
Die Legende krankheitsspezifisch auswerten
Im visuellen Monitoring beginnt die obere Befallsstufe bei Braunrost ab 30 Prozent. Bei Septoria tritici liegt sie ab 40 Prozent, bei Septoria nodorum ab 12 Prozent. Bei der PCR-Frühdiagnose beginnt die obere Kategorie für Septoria tritici, Septoria nodorum, DTR und Schneeschimmel jeweils bei fünf Prozent.
Bei Septoria den zeitlichen Verlauf berücksichtigen
Septoria tritici hat eine lange Inkubationszeit. Ist der Befall auf ertragsrelevanten Blättern bereits deutlich sichtbar, kann eine Behandlung die vorhandene Infektion nicht mehr stoppen.
Bei frühem Septoria-tritici-Befall während des Schossens behandeln Sie rasch mit einem prothioconazolhaltigen Präparat. Für diesen frühen Befall kommen auch Balaya oder Daxur infrage.
Spelzenbräune befällt Weizen, Dinkel und Triticale. Nach dem Ährenschieben entstehen braunviolette Veränderungen an den Spelzen. Unterscheiden Sie bei einer Septoria-Diagnose deshalb Blattbefall und Spelzenbefall.
Septoria und DTR am Schadbild unterscheiden
Bei Septoria tritici entstehen schwarze Fruchtkörper in den abgestorbenen Blattbereichen. Die Pyknidien sind reihig angeordnet und auf beiden Blattseiten erkennbar. Bei Septoria nodorum sind sie dagegen hellbraun bis braun. Die unteren Blattetagen sind zunächst stärker betroffen als die oberen.
Bei DTR entstehen zuerst dunkelbraune Infektionspunkte mit gelbem Hof. Später können die abgestorbenen Bereiche zusammenfließen und das gesamte Blatt erfassen. Prüfen Sie deshalb Fleckenfarbe, Fruchtkörper und betroffene Blattetage gemeinsam.
Bei DTR können die unteren Blätter bereits vergilbt oder abgestorben sein, während oben noch Nekrosen erkennbar sind. Prüfen Sie deshalb auch die oberen drei bis vier Blätter auf Nekrosen. Weizenvorfrucht und reduzierte Bodenbearbeitung erhöhen den Infektionsdruck. Mischbefall mit Septoria-Arten oder Microdochium-Blattflecken kann die Unterscheidung erschweren.
Gelbrost erkennen und Sortenanfälligkeit berücksichtigen
Gelbrost, auch Streifenrost genannt, beginnt mit verstreuten leuchtend gelben Symptomen auf den Blättern. Ein feuchtkühles Klima begünstigt den Erreger.
Achten Sie bei anfälligen Sorten besonders auf erste Befallsnester.
Einmalbehandlung anhand der Voraussetzungen beurteilen
Eine einmalige Fungizidbehandlung zwischen Fahnenblattstadium und Ende des Ährenschiebens reicht häufig aus. Voraussetzung ist, dass kein früher behandlungsrelevanter Befall vorliegt und keine zusätzliche Behandlung gegen Ährenfusariosen erforderlich ist. In feuchteren Anbaulagen können frühere Maßnahmen notwendig werden.
Für die Einmalbehandlung eignen sich beispielsweise Ascra Xpro, Elatus Era, Input Xpro, Revytrex oder Univoq. Im Trockengebiet kommen auch Adexar Top oder Zantara infrage.
Fusarium im Weizen: Fungizid zur Blüte gesondert betrachten
Feuchte Blühwitterung und Maisstroh an der Bodenoberfläche erhöhen das Risiko für Ährenfusariosen. Besonders gefährdet sind Mulchsaatbestände nach Körnermais und Standorte in Staulagen. Arbeiten Sie die Maisernterückstände von der Bodenoberfläche gründlich in den Boden ein.
Bei erhöhtem Fusariumrisiko eignen sich Azol-Fungizide mit Fusariumwirkung für die Weizenblüte. Legen Sie den Behandlungstermin unmittelbar vor oder nach Niederschlägen fest.
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Fungizideinsatz im Winterweizen: Fungizidstrategie und Wirkstofffolge verbinden
Hinter vielen Handelsprodukten stehen nur wenige Wirkstoffgruppen. Wechseln Sie diese, wenn mehrere Behandlungen erforderlich sind. Vermeiden Sie wiederholte Prothioconazol-Anwendungen in derselben Saison. Alternativ enthalten Balaya, Daxur und Revytrex den Wirkstoff Mefentrifluconazol. Stützen Sie die Septoria-Bekämpfung wegen Resistenzen nicht auf Strobilurine. Gegen Rostpilze und DTR bleiben diese Wirkstoffe wirksam.
Weizenfungizide von BASF, Bayer, Syngenta und anderen Herstellern im Register vergleichen
Suchen Sie das gewählte Präparat mit vollständigem Handelsnamen im österreichischen BAES-Register, ein BASF-Fungizid für Weizen ebenso wie jedes andere. Vergleichen Sie Zielkrankheit und Wirkstoffe mit der bisherigen Wirkstofffolge. Prüfen Sie danach Kultur, Anwendungsbedingungen und Auflagen der konkreten Indikation.
Adexar Top von BASF ist ein Emulsionskonzentrat mit 62,5 g/l Fluxapyroxad und 45 g/l Metconazol für Weizen, Gerste, Roggen und Triticale. Metconazol ist dabei ein alternativer Azolwirkstoff. Im BAES-Register steht es unter der Registernummer 3772.
Produktbeispiele für Weizen
Elatus Era: Weizenangaben im Herstelleretikett
Für Elatus Era beträgt die Aufwandmenge im Weizen 1 l/ha in 150–400 l Wasser/ha. Gegen Septoria-Blattdürre, Gelbrost, Braunrost sowie Septoria-Blatt- und Spelzenbräune gilt BBCH 31–69. Gegen Ährenfusariose gilt BBCH 61–69. Wenden Sie Elatus Era höchstens einmal je Kultur und Vegetationsperiode an. Eine Wartefrist in Tagen ist nicht festgesetzt.
Halten Sie eine unbehandelte Pufferzone von zehn Metern zu Oberflächengewässern ein. Lassen Sie auf abtragsgefährdeten Flächen zusätzlich einen zehn Meter breiten bewachsenen Grünstreifen stehen. Abdriftminderung erlaubt keine weitere Verringerung dieses Abstands. Benzovindiflupyr gehört zur FRAC-Gruppe 7, Prothioconazol zur Gruppe 3.
Fungizid-Abschlussbehandlung im Winterweizen: Wirkung und Grenzen von Elatus Era
Benzovindiflupyr gehört zu den Pyrazol-Carboxamiden. Der Stoff hemmt die Succinatdehydrogenase in der Mitochondrienatmung. Nach der Anwendung verbleibt ein Teil des Wirkstoffs in der Wachsschicht. Ein anderer Anteil gelangt ins Pflanzengewebe. Prothioconazol gehört zu den Triazolen und greift in die Sterolbiosynthese der Pilze ein. Es wird über Blätter und Stängel aufgenommen und in den grünen Pflanzenteilen verlagert.
Prothioconazol wirkt vorbeugend und stoppt vorhandene Infektionen. Bereits eingetretene Schäden kann Prothioconazol jedoch nicht beheben.
Elatus Era: Spritzbrühe ansetzen und ausbringen
Behandeln Sie nur abgetrocknete Bestände.
Füllen Sie den Tank zur Hälfte mit Wasser und schalten Sie das Rührwerk ein. Schütteln Sie das Produkt kräftig, bevor Sie es über die Einspülvorrichtung oder direkt zugeben. Spülen Sie entleerte Präparatbehälter aus und geben Sie das Spülwasser zur Spritzflüssigkeit. Füllen Sie den Tank auf und bringen Sie die Mischung sofort bei laufendem Rührwerk aus. Vermeiden Sie Standzeiten. Lassen Sie das Rührwerk auch während Arbeitspausen laufen und rühren Sie danach erneut sorgfältig auf. Beachten Sie bei Tankmischungen die Gebrauchsanleitungen aller Mischpartner.
Folicur im Weizen: Tebuconazol gegen Ährenfusariose
Folicur enthält 250 g/l Tebuconazol als Emulsion Öl in Wasser. Im Weizen und Dinkel ist es gegen Ährenfusariose (Fusarium spp.) zur Verminderung der Mykotoxinbildung zugelassen (Anw.-Nr. 2670/10): 1,0 l/ha in 200 bis 400 l Wasser/ha, bei Befallsgefahr von Stadium 61 (Beginn der Blüte) bis Stadium 69 (Ende der Blüte), höchstens zwei Behandlungen je Jahr. Für die Blattkrankheiten Mehltau und Septoria-Blattdürre im Weizen gelten eigene Indikationen mit eigenem Anwendungszeitraum (Stadium 25 bis 69).
Prosaro: Wirkstoffe und Formulierung
Prosaro enthält jeweils 125 g/l Tebuconazol und Prothioconazol. Die Formulierung ist ein Emulsionskonzentrat.