# Wartezeit von Pflanzenschutzmitteln: Etikett, Wiederbetreten und Rückstände

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Reviewed: 2026-10-29

**Sicherheitsdatenblätter für Pflanzenschutzmittel** gehören zu einem bestimmten Produkt und Lieferanten. Halten Sie die vollständige Packungsbezeichnung bereit und fordern Sie die zugehörige aktuelle Fassung an. Das Sicherheitsdatenblatt (SDB) beschreibt Gefahren und sicheren Umgang. Die zugelassenen Verwendungen und Einsatzbedingungen stehen im Etikett beziehungsweise der dazugehörigen Gebrauchsanweisung. Für den Luxemburger Einsatz führt die [offizielle ASTA-Anwendungsseite](https://agriculture.public.lu/de/pflanzen-boeden/pflanzenschutz-gesundheit/zulassung-und-anwendung-psm.html) zur nationalen Zulassungsrecherche.

## Welche Unterlage beantwortet Ihre Frage?

Auf der Produktkennzeichnung stehen Identität, Wirkstoff, zugelassene Verwendungen, Gebrauchsanleitung, Dosierung und gegebenenfalls Sicherheitsintervalle. REACH-Anhang II in der Fassung der Verordnung 2020/878 legt die Struktur des Sicherheitsdatenblatts fest. Das Datenblatt enthält Angaben zu Stoff oder Gemisch, zu Gefahren und zu Schutzmaßnahmen.

## Produktidentität und Dokumentfassung abgleichen

Lesen Sie den Namen einschließlich Zusätzen direkt von der Packung ab und vergleichen Sie ihn mit dem Produktidentifikator im Sicherheitsdatenblatt. Abschnitt 1 nennt außerdem relevante identifizierte Verwendungen, den Lieferanten und eine Notrufnummer.

Das Ausgabe- oder Überarbeitungsdatum gehört auf die erste Seite des Sicherheitsdatenblatts; die Seiten werden nummeriert. Der Abschnitt „Sonstige Angaben“ erläutert Änderungen zur Vorfassung, soweit diese nicht bereits an anderer Stelle kenntlich gemacht sind. Lesen Sie deshalb die Kopfzeile und den Änderungsvermerk gemeinsam und verlassen Sie sich nicht auf das Druckdatum eines Ausdrucks.

### Beiliegende Expositionsszenarien mitlesen

Zum Sicherheitsdatenblatt kann außerdem ein Expositionsszenario als Anhang gehören. Das betrifft Fälle, in denen der erforderliche Stoffsicherheitsbericht ein solches Expositionsszenario umfasst. Lesen Sie das Expositionsszenario zusammen mit den Handhabungs- und Schutzangaben in den Abschnitten 7 und 8.

### Eine XenTari-Gebrauchsanweisung zuordnen

Die XenTari-Gebrauchsanweisung nennt als Wirkstoff 540 g/kg Bacillus thuringiensis subsp. aizawai Stamm ABTS-1857. Ihre Tabelle ordnet jeder Kultur ein Anwendungsfeld, eine Dosierung und eine Wartezeit (WZ) zu. In der Spalte WZ bedeutet F, dass die Wartezeit durch die Vegetationszeit abgedeckt ist, und N, dass sie ohne Bedeutung ist.

Gleichen Sie zunächst die vollständige Packungsbezeichnung mit der nationalen Produktunterlage ab. Kultur, Anwendungszweck, Dosierung und etwaige Sicherheitsintervalle gehören zur jeweils zugelassenen Verwendung des Produkts.

### Beipackzettel als Teil des Etiketts

Anhang I, Punkt 2 lässt bestimmte Angaben bei Platzmangel auf einem beigefügten Prospekt zu. Dieser gilt als Teil des Etiketts; bewahren Sie ihn deshalb beim Gebinde auf.

## Was die Etikettverordnung von 2026 zeitlich verändert

**Ab 1. Januar 2028** gelten die Kennzeichnungsvorgaben der Verordnung 2026/1123. Für Produkte mit Zulassung oder letzter Verlängerung aufgrund eines zuvor eingereichten Antrags gilt zunächst weiter die Verordnung 547/2011. Wird ihr Etikett nach diesem Stichtag geändert, muss es eine digitale Kennzeichnung enthalten. Spätestens ab 1. Januar 2030 gilt diese Pflicht für alle Etiketten.

## Schutzangaben für eine bestimmte Tätigkeit lesen

Abschnitt 8 behandelt die Expositionsbegrenzung und persönliche Schutzausrüstungen. Abschnitt 7 enthält Handhabung und Lagerung; Abschnitt 6 beschreibt Maßnahmen bei Freisetzung. Die im Etikett vermerkten Auflagen sind rechtlich verbindlich; Schutzauflagen gelten während der Anwendung oder bei Nachfolgearbeiten; beachten Sie beides.

Für alle gefährlichen Stoffe und Produkte im Betrieb gibt es Sicherheitsdatenblätter, die zu konsultieren sind. Erfassen Sie deshalb auch andere gefährliche Chemikalien am Arbeitsplatz, lesen Sie deren Sicherheitsdatenblätter und beachten Sie die betrieblichen Schutzmaßnahmen neben den Zulassungsauflagen des Pflanzenschutzmittels.

### Persönliche Schutzausrüstung bei jeder Anwendung

Die persönliche Schutzausrüstung ist für die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln vorgesehen und bietet ausreichenden Schutz. Sie wird bei jeder Anwendung getragen.

### Persönliche Schutzmaßnahmen in Abschnitt 8.2.2

Abschnitt 8.2.2 beschreibt persönliche Schutzmaßnahmen wie Schutzausrüstung. Sie gelten zusammen mit anderen Kontrollmaßnahmen, etwa technischen Maßnahmen, Belüftung und Abtrennung.

### Hände, Augen, Körper und Atemwege unterscheiden

Das Sicherheitsdatenblatt gibt Handschutz nach Gefahr und Kontaktmöglichkeit an, mit Materialart, Materialdicke und der normalen oder minimalen Durchbruchzeit des Handschuhmaterials. Bei Gasen, Dämpfen, Nebel oder Staub legt es den Atemschutz nach Gefahr und möglicher Exposition fest. Für andere Körperteile nennt es Art und Qualität der Ausrüstung, etwa Handschuhe, Stiefel oder Overall. Wählen Sie Augen- und Gesichtsschutz passend zur Gefahr und zur Kontaktmöglichkeit und prüfen Sie weitere Vorgaben zum Schutz von Haut und Atemwegen.

### Durchbruchzeit und Handschuhauswahl

Die Handschuhangaben berücksichtigen die Fläche und die Dauer der Hautexposition. Gleichen Sie die Durchbruchzeit des Handschuhmaterials mit Expositionsfläche und Expositionsdauer ab und berücksichtigen Sie die Angaben des Produkt- und des Handschuhherstellers.

### Hygienemaßnahmen in Abschnitt 7.1

Abschnitt 7.1 nennt als Hygienemaßnahmen: nicht essen, trinken oder rauchen in den Arbeitsbereichen, nach der Verwendung die Hände waschen, kontaminierte Kleidung und Schutzausrüstung vor dem Betreten von Essbereichen ablegen.

## Tankmischung im Pflanzenschutz: Produktauflagen und Unverträglichkeiten prüfen

Prüfen Sie bei einer Tankmischung jedes Produkt und die konkrete Kombination, bevor Sie den Auftrag zum Befüllen geben. Für jedes Mittel gelten die verbindlichen Zulassungs- und Etikettbedingungen. Im Sicherheitsdatenblatt stehen außerdem Angaben zu Stabilität, gefährlichen Reaktionen und unverträglichen Materialien.

### Unverträglichkeiten in Abschnitt 10

Abschnitt 10 nennt Reaktivität, chemische Stabilität, mögliche gefährliche Reaktionen, zu vermeidende Bedingungen, unverträgliche Materialien und gefährliche Zersetzungsprodukte. Prüfen Sie diese Punkte vor dem Mischen.

Abschnitt 10.5 nennt unverträgliche Stofffamilien, beispielsweise Säuren, Basen oder Oxidationsmittel. Gleichen Sie Ihre Mischungspartner damit ab.

### Physikalische und chemische Eigenschaften in Abschnitt 9

Abschnitt 9 enthält physikalische und chemische Eigenschaften wie Aggregatzustand, Farbe, Geruch und pH-Wert. Weitere Angaben betreffen Löslichkeit, Verteilungskoeffizient, Dampfdruck, Dichte, relative Dampfdichte und Viskosität. Lesen Sie, ob eine Angabe für das gesamte Gemisch oder für einen bezeichneten Bestandteil gilt.

### Messbedingungen der Eigenschaftswerte

Als Standardbedingungen gelten 20 °C und 101,3 kPa, sofern nichts anderes angegeben ist. Beachten Sie die Mess- und Referenzbedingungen der Eigenschaftswerte.

### Bezugsgrößen der Dosierung im Weinbau

Die Dosiermodelle im Weinbau beziehen den Aufwand auf die Grundfläche, das Entwicklungsstadium oder die Laubwandfläche. Lesen Sie für Ihre Mischanfrage die Bezugsgröße aus der aktuell zugeordneten nationalen Verwendung jedes einzelnen Präparats.

## SPe 8 vollständig lesen

SPe-8-Auflagen betreffen blühende Kulturen, aktiv Nahrung suchende Bienen, blühende Unkräuter sowie gegebenenfalls Bienenvölker und zeitliche Einschränkungen. Welche Formulierung ausgewählt wird, hängt von der bewerteten Verwendung ab. Lesen Sie deshalb die vollständige Passage auf Ihrem Produktetikett.

Eine Etikettaussage zur Verwendung während der Bienenaktivität oder Blüte setzt eine ausdrückliche Zulassung für diese Bedingungen voraus.

### Bienenvölker in SPe 8

SPe 8 enthält auch eine mögliche Vorgabe zum Entfernen oder Abdecken von Bienenstöcken während der Behandlung und für einen einzutragenden Zeitraum danach. Ob diese Variante gilt, ergibt sich aus der konkreten Zulassung und Kennzeichnung.

## Pflanzenschutzunfall Luxemburg: Notruf und Giftberatung

**Akuter Notfall: Wählen Sie 112 für Rettungsdienst oder Feuerwehr und befolgen Sie die Anweisungen der Leitstelle.**

**Giftberatung bei Pflanzenschutzmitteln und anderen Chemikalien: Centre Antipoisons unter (+352) 8002–5500.** Dort erhalten Sie Auskunft zu Maßnahmen bei Vergiftung oder Exposition.

### Den Ort und das Ereignis knapp beschreiben

Nennen Sie beim Notruf Vor- und Nachname, Ort des Anrufs und Telefonnummer. Beschreiben Sie das Geschehen kurz und geben Sie den genauen Einsatzort sowie die Zahl der Verletzten an.

### Abschnitte des Sicherheitsdatenblatts für den Notfall

Abschnitt 1.4 nennt einen Notfallkontakt, Abschnitt 4 Erste Hilfe, Abschnitt 5 Brandbekämpfung und Abschnitt 6 Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung. Die Schutzinformationen stehen außerdem in Abschnitt 8.

Ist die Erreichbarkeit des Notfallkontakts eingeschränkt, etwa bei den Öffnungszeiten oder der Art der Auskunft, muss das Datenblatt dies in Abschnitt 1.4 deutlich angeben. Prüfen Sie dort Erreichbarkeitszeiten und inhaltlichen Zuständigkeitsbereich.

### Abschnitt 6: Maßnahmen bei unbeabsichtigter Freisetzung

Abschnitt 6 trennt persönliche Vorkehrungen, Umweltschutz sowie Material und Methoden der Rückhaltung und Reinigung. Abschnitt 6.4 kann auf andere Abschnitte verweisen. Lesen Sie bei der Vorbereitung das konkrete Lieferantenblatt für das vorhandene Produkt.

## Wartezeit von Pflanzenschutzmitteln vor der Ernte prüfen

Lesen Sie die Wartezeit für die vorgesehene Verwendung und die konkrete Ernte und legen Sie Produktunterlage und tatsächlichen Anwendungseintrag nebeneinander. Auf dem Etikett können unterschiedliche Sicherheitsintervalle stehen: bis zur Aussaat, zur Folgekultur, zum Zugang von Menschen oder Tieren und zur Ernte. Achten Sie ausdrücklich auf die Wartezeit bis zur Ernte.

### Beginn der Wartezeit

Die Wartezeit beginnt mit der letzten Anwendung. Stellen Sie für jeden vorgesehenen Erntebereich die tatsächlich ausgeführten Behandlungen zusammen: Produkt, Datum und behandelter Flächenumfang. Eine nur geplante Anwendung bleibt als Plan erkennbar.

### Wartezeit und MRL unterscheiden

MRLs sind Rückstandshöchstgehalte für Lebens- beziehungsweise Futtermittel. Sie beziehen sich auf den Gehalt eines Rückstands im Erzeugnis; die Wartezeit regelt den zeitlichen Abstand bis zur Ernte.

### Phytotoxizität und Nebenwirkungen auf dem Etikett

Neben den Sicherheitsintervallen kann das Etikett Hinweise auf Phytotoxizität, Sortenempfindlichkeit und andere ungünstige Nebenwirkungen enthalten. Lesen Sie die Erntepassage deshalb im Zusammenhang mit der tatsächlich gewählten Kulturzeile.

## Pestizidrückstände und MRL für eine Erntepartie prüfen

Für die MRL-Prüfung einer Erntepartie brauchen Sie die passende Kombination aus Lebensmittel und Pestizidrückstand. Die [EU Pesticides Database](https://food.ec.europa.eu/plants/pesticides/eu-pesticides-database_en) gibt Rückstandshöchstgehalte je Kombination aus Lebensmittel und Pestizidrückstand an. Der Einstieg läuft über **Food products** oder **Pesticide residues**; dort stehen aktuelle und historische Rückstandshöchstgehalte.

### In der EU-Datenbank den richtigen Einstieg wählen

Über das Lebensmittel lässt sich dessen MRL für verschiedene Rückstände aufrufen. Alternativ führt die Suche zuerst über den Rückstand und anschließend über das Lebensmittel.

### Vom Suchergebnis zum amtlichen Rechtsakt

Die rechtsverbindlichen Informationen zu Wirkstoffen und Pestizidrückständen stehen im Amtsblatt der Europäischen Union.

### Was ein MRL bedeutet

Der MRL ist der höchste rechtlich tolerierte Rückstandsgehalt bei korrekter Anwendung nach guter landwirtschaftlicher Praxis. Prüfen Sie daneben die nationale Produktzulassung über ASTA.

### Die drei Suchbereiche der Datenbank

Die Datenbank bietet getrennte Suchbereiche für Wirkstoffe, Lebensmittel beziehungsweise Rückstände und Notfallzulassungen. Im Wirkstoffbereich erscheinen auch genehmigte und nicht genehmigte Stoffe sowie Grundstoffe; die Rückstandssuche ordnet MRLs bestimmten Erzeugnissen zu. Halten Sie bei einem Treffer fest, aus welchem dieser Bereiche er stammt.

## Zugangsintervall, Lüftung und Arbeitsschutz unterscheiden

Das Zugangsintervall für Personen oder Tiere und die Auflage SPo 5 sind getrennte Etikettangaben; prüfen Sie beide getrennt. SPo 5 verlangt die Belüftung behandelter Bereiche beziehungsweise Gewächshäuser vor dem Wiederbetreten. Lesen Sie am Produkt, welche Formulierung mit welcher Bedingung ausgewählt wurde.

SPo 5 kann für Gewächshäuser und andere geschlossene Räume wie Lager gelten. Beachten Sie den Ortstyp, auf den sich die Auflage bezieht.

## Nächster Schritt

Gleichen Sie Packung, Gebrauchsanweisung und aktuelle SDB-Fassung ab. Die vorgesehene Verwendung eines Produkts lässt sich über die [ASTA-Anwendungsseite](https://agriculture.public.lu/de/pflanzen-boeden/pflanzenschutz-gesundheit/zulassung-und-anwendung-psm.html) recherchieren; die Zulassung ist Thema von [Pflanzenschutzmittel-Zulassung in Luxemburg](/lu-de/pflanzenschutzmittel-zulassung-luxemburg/), die Parzellenangaben von [Parzellenpass richtig ausfüllen](/lu-de/parzellenpass-richtig-ausfuellen/).


