# Krautfäule bei Kartoffeln: erkennen, bekämpfen und resistente Sorten wählen

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Reviewed: 2026-10-29

**Krautfäule an Kartoffeln beginnt mit gelblich grünen Flecken an den unteren Blättern, die sich in kurzer Zeit schokoladenbraun verfärben.** In den frühen Morgenstunden zeigt sich auf der Blattunterseite an der hellgrünen Übergangszone vom kranken zum gesunden Gewebe ein grau-weißlicher Pilzrasen. Der Erreger heißt *Phytophthora infestans* und gehört zu den Algenpilzen. Die Krankheit heißt Kraut- und Knollenfäule, weil sie Kraut und Knollen befällt. Die Knollenfäule der Kartoffel ist also dieselbe Krankheit wie die Krautfäule, nur an einem anderen Pflanzenteil. Bei anfälligen Sorten kann ein Bestand ohne Pflanzenschutzmaßnahmen in wenigen Tagen vollständig vernichtet werden. Schauen Sie bei Verdacht deshalb auf Blätter, Blattunterseiten und Stängel zusammen, nicht nur auf ein einzelnes Blatt.

## Das Schadbild am richtigen Pflanzenteil festhalten

Am Stängelgrund oder an einzelnen Stängelteilen entstehen Verbräunungen. Die Flecken gehen häufig vom Blattrand oder von der Spitze aus. Feuchtwarme Witterung begünstigt ihre schnelle Vergrößerung. Der Erreger kann außerdem Blattstiele, Triebspitzen und Knollen befallen.

Halten Sie den Befund mit Vergleichsfotos von Blattoberseite, Blattunterseite und Stängel fest. Achten Sie dabei auf den Übergang zwischen gesundem und krankem Gewebe und auf den Belag; so können Sie den Verlauf von Kontrolle zu Kontrolle vergleichen.

Bilder der Braunfäule an Kartoffeln helfen nur beim Vergleich, wenn sie dieselben Merkmale zeigen wie Ihr Feld: schokoladenbraune Flecken an den unteren Blättern, den grau-weißlichen Pilzrasen auf der Blattunterseite und die Verbräunung am Stängelgrund.

### Knollenfäule bei Kartoffeln: Kartoffelfäule und Braunfäule an der Knolle

Knolleninfektionen, die Braunfäule, entstehen vor allem bei den Rodearbeiten: Die Sporen müssen direkten Kontakt zur Knolle bekommen, und Verletzungen der Oberfläche begünstigen das Eindringen des Erregers. Phytophthora-Sporen werden gebildet, solange grünes Kartoffelkraut vorhanden ist; im Boden bleiben sie etwa drei Wochen infektionsfähig.

## Infektionsquellen im Befund unterscheiden

Der Erreger kann in latent infizierten Knollen überwintern und mit dem Pflanzen ins Feld gelangen. Von befallenen Pflanzen verbreiten sich Sporangien mit dem Wind. Regen kann sie in den Boden transportieren und Knollen infizieren. Hinzu kommen im Boden überdauernde Oosporen aus geschlechtlicher Vermehrung.

Durchwuchskartoffeln und Kartoffel-Abfalldeponien sind mögliche Quellen von Primärherden. Kontrollieren Sie diese Stellen bei der Bestandskontrolle zuerst.

## Krautfäule bekämpfen: Spritzmittel und Spritzfolge

Als **Spritzmittel gegen Krautfäule** dürfen in Luxemburg nur Fungizide verwendet werden, die im [Verzeichnis der zugelassenen Pflanzenschutzmittel](https://agriculture.public.lu/de/pflanzen-boeden/pflanzenschutz-gesundheit/zulassung-und-anwendung-psm.html) stehen. Die auf dem Etikett vermerkten Anwendungseinschränkungen und -auflagen sind rechtlich verbindlich. Wer Kartoffeln gegen Krautfäule spritzt, braucht seit dem 1. Januar 2021 für berufliche Anwendungen einen Sachkundenachweis („Sprëtzpass“) und muss über jede Anwendung Buch führen; ab dem 1. Januar 2027 elektronisch. Stand: 10.2026.

Öffnen Sie im Verzeichnis beim vorgesehenen Fungizid die Anwendung für Kartoffeln und *Phytophthora infestans*. Prüfen Sie die konkrete Produktzulassung auch bei Kupferpräparaten. Lesen Sie vor dem Spritzen die Etikettbedingungen zu Dosierung und Anwendung.

### Kupfer gegen Krautfäule bei Kartoffeln

Kupfer ist im Biolandbau bisher das wirksamste zugelassene Mittel zum Schutz der Kartoffelpflanzen vor Krautfäule; es wirkt rein protektiv. Entscheidend ist deshalb ein gleichmäßiger Belag auf Ober- und Unterseite der Blätter. Solange im Umkreis von 50 km kein Befall vorkommt, verzichten Sie auf eine Behandlung. Wird der erste Befall in der Region gemeldet, schützen Sie die Kartoffeln mit 200 bis 250 g Reinkupfer pro Hektar. Sind benachbarte oder eigene Felder befallen, erhöhen Sie die Dosierung auf 800 g und warten zwischen den Behandlungen nicht länger als eine Woche. Spritzen Sie Kupfer kurz vor Schlechtwetterperioden und wiederholen Sie die Behandlung, sobald die Pflanzen nach dem Regen wieder trocken sind. Kupferverbindungen sind in der EU weiterhin als Wirkstoff genehmigt, die Genehmigung läuft bis zum 30. Juni 2029. Die zulässige Menge und die Auflagen eines Kupferpräparats entnehmen Sie wie bei jedem Fungizid seiner Zulassung im Verzeichnis und dem Etikett.

### Wann die Spritzfolge beginnt

Der Krautfäule-Warndienst der amtlichen Pflanzenschutzdienste zeigt den günstigen Spritzstart an; die Bestandskontrolle auf Primärherde und Frühinfektionen beginnt drei Wochen nach dem Auflaufen und findet je nach Infektionsdruck ein- bis zweimal pro Woche statt.

### Welche Fungizide in welcher Phase

Die erste Behandlung soll das Hochwachsen des Pilzes von der Pflanzknolle im Stängel verringern; auf schwereren Böden beginnt die Spritzfolge deshalb mit systemischen Fungiziden, die in den Stängel eindringen. In der Hauptwachstumsphase kommen lokal- oder teilsystemische Fungizide zum Einsatz, die auch Neuzuwachs schützen. Sie stoppen aber nur eine latente Infektion, die höchstens 48 Stunden alt ist; länger zurückliegende Infektionen und sichtbarer Befall werden nicht mehr abgetötet. Bei sporulierender Krautfäule wirken cymoxanilhaltige Fungizide am besten stoppend, bei anhaltendem Krautfäule-Wetter wird die Spritzung nach vier bis sechs Tagen wiederholt. In der Abreife steht der Schutz der Knollen im Vordergrund: Die Abschlussbehandlung mit einem sporenabtötenden Fungizid wird etwa drei Wochen vor dem Rodetermin mit der chemischen Krautabtötung verbunden.

## Krautfäule bei Kartoffeln vorbeugen

Vorbeugend wirken robuste Sorten, gesundes Pflanzgut und die Bekämpfung von Durchwuchskartoffeln aus dem Vorjahr. In der Schweiz werden anfällige Sorten wie Bintje, Erika oder Concordia im Durchschnitt achtmal mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Für robuste Sorten wie Acoustic oder Twinner genügen dort im Durchschnitt zwei bis drei Spritzungen.

## Krautfäuleresistente Kartoffelsorten vergleichen

Die [Beschreibende Sortenliste 2026](https://agriculture.public.lu/dam-assets/veroeffentlichungen/kataloge/sortenliste/2026-sortenliste-a5-long-v3-web.pdf) bewertet für Luxemburg Krautfäulnis und Knollenfäulnis getrennt. Vergleichen Sie diese beiden Noten zuerst.

### Den Verwendungszweck vor der Sorte festlegen

Die Liste ordnet Sorten nach Reifezeit, Kochtyp und Lagerfähigkeit; wählen Sie nach Reifezeit, Kochtyp, Lagerfähigkeit und Absatzweg. Festkochende Sorten stehen in den Kochtypen A oder A-B. B-A und B bezeichnen vorwiegend festkochende, schwach mehlige Kartoffeln. B-C, C-B und C gehören zu den lockeren, mehligen und leicht trockenen Typen.

Zu den sehr frühen festkochenden Sorten gehören Annabelle und Glorietta. Belana, Vindika und Goldmarie sind früh und lagerfähig. Für eine Fritierverwendung stehen beispielsweise Aromata und Corine im Sortiment. Legen Sie die Verwendungsgruppe fest, bevor Sie einzelne Krankheitsnoten vergleichen.

### Krankheitsnoten richtig lesen

Bei Krankheitsanfälligkeiten bedeutet 1 sehr niedrig, 3 niedrig, 5 mittel, 7 stark und 9 sehr stark. Die Zeilen „Krautfäulnis“ und „Knollenfäulnis“ nutzen dieselbe Notenskala. Bei Ertrag, Knollenzahl und Lagerfähigkeit stehen höhere Noten dagegen für eine stärkere Ausprägung der jeweiligen Eigenschaft.

### Robustheit und Vermarktung zusammen betrachten

Für die mittelfrühen Sorten Montana und Torenia liegt die Krautfäulnisnote jeweils bei 4, die Knollenfäulnisnote bei 3. Montana ist eine Low-Carb-Speisesorte mit Qualitätsstabilität während der Lagerung. Torenia ist eine trockenheitsresistente, robuste Low-Input-Speisesorte. Prüfen Sie diese Eigenschaften zusammen mit Ihrem Kochtyp- und Absatzbedarf.

Die Noten beruhen auf den Sortenversuchen in Bettendorf und Binsfeld. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl neben der Krankheitsanfälligkeit auch Ihren Standort und die Ertragserwartung.

## Pflanzenpass, Saatgut und Pflanzgut: Dokumente für Luxemburger Betriebe

Zur Vermarktung von Saat- und Pflanzgut, für das Quarantäneschädlinge oder RNQPs geregelt sind, besteht Pflanzenpasspflicht; sie gilt auch für Saatgutmischungen mit mindestens einer passpflichtigen Art ([ASTA-Information zur Pflanzengesundheit](https://agriculture.public.lu/de/pflanzen-boeden/pflanzenschutz-gesundheit/quarantaeneschadorganismen.html)). Stand: 10.2026.

Nehmen Sie das Originaletikett und den Lieferbeleg zur Hand, bevor Sie einen Code in Ihre Aufzeichnungen übertragen.

### Zuerst den Dokumenttyp bestimmen

Der Pflanzenpass bescheinigt die Einhaltung der Anforderungen zu Quarantäneschädlingen und unionsgeregelten Nicht-Quarantäneschädlingen. Für landwirtschaftliches Saatgut, Pflanzkartoffeln und Reben wird das Anerkennungsetikett mit dem Pflanzenpass kombiniert. Das Pflanzengesundheitszeugnis bescheinigt dagegen die Erfüllung pflanzengesundheitlicher Anforderungen von Einfuhrländern.

### Das Anerkennungsetikett der richtigen Partie zuordnen

Die amtliche Zertifizierung von Saat- und Pflanzgut heißt Anerkennung. Auf dem Etikett stehen unter anderem Anerkennungsstelle und Erzeugerland sowie Kategorie, Klasse, Art und Sorte. Hinzu kommen Losnummer, Packungsgewicht beziehungsweise Samenanzahl sowie Angaben zum Beizmittel und zur Verschließung.

### Anerkennungsschritte und erhaltene Kennzeichnung unterscheiden

Die Anerkennung umfasst Feldanerkennung, Beschaffenheitsprüfung und abschließende Kennzeichnung. Bei der Beschaffenheitsprüfung wird aufbereitete Ware in Lose eingeteilt und untersucht. Bei Saatgut werden Keimfähigkeit, Reinheit, Fremdbesatz und Feuchte geprüft; bei Pflanzkartoffeln liegt der Schwerpunkt auf Viren und Bakterien.

### Feldanerkennung und Laborbefund gezielt auseinanderhalten

Bei der Feldbesichtigung werden unter anderem Sortenechtheit, Sortenreinheit, andere Kulturpflanzen, Problemunkräuter und Pflanzengesundheit geprüft. Nach der Aufbereitung wird die Nettoware in identifizierte Lose eingeteilt und beprobt. Vorher werden faule, kranke und beschädigte Pflanzkartoffeln aussortiert und die übrigen Knollen nach Kaliber geordnet. Die ASTA prüft stichprobenartig den Anteil verbliebener fauler, beschädigter und kranker Knollen. Nach bestandenen Endkontrollen werden die Verpackungen verschlossen oder amtlich versiegelt und etikettiert.

Im Nachkontrollanbau wird im Folgejahr eine Probe von jeweils 100 Knollen je Los ausgepflanzt und amtlich bewertet. Das gilt auch für Vermehrungslose aus dem Ausland. Die Nachprüfung dient der Qualitätskontrolle und der Überprüfung des Zertifizierungssystems.

### Weitere Etikettangaben und Aufbewahrung

Zusätzlich können Tausendkorngewicht und Keimfähigkeit bei Saatgut sowie Bodentyp bei Pflanzkartoffeln angegeben sein. Das Etikett trägt außerdem eine laufende Nummer. Bewahren Sie das amtliche Etikett bis zur Ernte auf.

### Den Passbereich auf kombinierten Kennzeichnungen finden

Der Pflanzenpassbereich muss von weiteren schriftlichen und grafischen Angaben klar getrennt erkennbar sein. Dafür kann eine Umrandung oder eine andere Abgrenzung dienen. Bei kombinierten Modellen stehen daneben die Informationen des Zertifizierungsetiketts.

### Zertifizierungsetiketten nach Farbe unterscheiden

Saatgutmischungen tragen ein grünes Etikett. Zertifizierte Pflanzkartoffeln der Klassen A und B sowie zertifiziertes Saatgut der ersten Generation (R1) tragen blaue Etiketten. Die Komponenten einer Saatgutmischung müssen vor ihrer Vermarktung anerkannt sein.

### Strichcode, QR-Code und Schutzgebietsbezug im Pflanzenpass

Der Pflanzenpass kann einen Strichcode, QR-Code, Hologramm, Chip oder anderen Datenträger enthalten, der den Rückverfolgbarkeitscode ergänzt. Beim Pflanzenpass für Schutzgebiete stehen zusätzlich die wissenschaftlichen Bezeichnungen der Quarantäneschädlinge dieser Schutzgebiete oder deren Codes.

### Die vier Passfelder zuordnen

Im Pflanzenpass steht A für die botanische Bezeichnung der Art oder des Taxons, optional ergänzt um den Sortennamen. B verbindet den Mitgliedstaat mit der Registriernummer des Ausstellers. C enthält den Rückverfolgbarkeitscode, D gegebenenfalls das Ursprungsland. Bewahren Sie die Kennzeichnung bei der Lieferpartie auf, damit Sortenname und Herkunft beim nächsten Abgleich zusammenbleiben.

In Luxemburg ist die Verwendung nicht zertifizierter Pflanzkartoffeln aus pflanzengesundheitlichen Gründen komplett untersagt; kaufen Sie deshalb nur zertifizierte Pflanzkartoffeln. In Luxemburg werden Pflanzkartoffeln auf rund 350 Hektar vermehrt; zur Vermehrung zugelassen sind ausschließlich Sorten der Nationalen Sortenliste.

## Nächster Schritt

Halten Sie den Befund an Blatt und Stängel fest. Spritzen dürfen Sie nur mit Fungiziden aus dem [Luxemburger Verzeichnis](https://agriculture.public.lu/de/pflanzen-boeden/pflanzenschutz-gesundheit/zulassung-und-anwendung-psm.html). Prüfen Sie dort vorab die konkrete Anwendung für Kartoffeln und tragen Sie die Behandlung danach ins Aufzeichnungsbuch ein.


